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Denn obwohl die Zahlungen fast die Höhe des deutschen Schuldenstands erreicht haben, verharrt die Wirtschaftsleistung in den neuen Bundesländern hartnäckig bei nur zwei Dritteln des Westniveaus, unter Einbeziehung Berlins bei gut 70 Prozent. Der ostdeutsche Aufholprozess hat sich nach Abschluss der großen Investitionswelle in den 1990er Jahren stark verlangsamt, obwohl weiterhin viel Geld gen Osten fließt.

Erfreulich ist indes die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Obwohl die Abwanderung in den Westen fast zum Erliegen gekommen ist, waren im September 2013 nur noch 9,6 Prozent der Ostdeutschen arbeitslos, während die Westquote im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 5,9 Prozent gestiegen ist. Vor wenigen Jahren war die ostdeutsche Arbeitslosenquote noch doppelt so hoch wie die westdeutsche.

Die Infrastruktur in Ostdeutschland ist inzwischen oft auf einem besseren Stand als im Westen und kann nicht als Engpassfaktor für die schleppende Wirtschaftsentwicklung gelten. Dass das Bruttoinlandsprodukt nicht schneller wächst, liegt vielmehr an Strukturdefiziten, die sich nicht mit Transfers beseitigen lassen: Es mangelt dem Osten an Konzernzentralen, die besonders wertschöpfungsstarke Arbeitsplätze bieten.

Da aber große Firmen den Export dominieren, gelingt es den Mittelständlern im Osten trotz wachsender Ausfuhren kaum, den kontinuierlich steigenden Westexporten näher zu kommen. Und weil Großunternehmen fehlen, ist auch die unternehmerische Forschungsquote im Osten Deutschlands weit geringer als im Westen.

Die mittelständischen Industriebetriebe zwischen Ostsee und Erzgebirge innovieren jedoch ähnlich viel wie der westdeutsche Mittelstand. Die öffentliche Forschungslandschaft der Institute und Universitäten ist ebenfalls gut aufgestellt. Das ist für die Zukunftssicherung bei rückläufigen Schulabgängerzahlen extrem wichtig und wird mit darüber entscheiden, ob der Angleichungseffekt noch einmal Fahrt aufnehmen wird.

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