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Die Spannbreite der Schätzungen über mögliche Arbeitsplatzverluste war von vorneherein groß. Sie reichte von einigen Zehntausend bis zu über einer Million. Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung spricht dafür, dass die konservativen Schätzungen realistischer waren. Bislang ist allerdings noch nicht einmal klar, wie viele Personen überhaupt vom Mindestlohn betroffen sind – die Schätzungen reichen von 3 bis zu 4,6 Millionen Personen. Für eine verlässliche Bestandsaufnahme der Beschäftigungswirkungen ist es daher noch viel zu früh.

Hinzu kommt: Ökonomische Transformationsprozesse laufen langsam ab und sind vielfältig. Im Taxigewerbe etwa haben die Unternehmen reagiert, indem sie die Preise massiv erhöht haben. Doch bis diese Preissteigerungen auf die Nachfrage nach Taxifahrten durchschlagen und dann als Zweitrundeneffekt zu einem Beschäftigungsabbau führen, wird es wohl noch dauern.

In vielen kleinen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben kann sich indes einfach die Beschäftigungsform verändern: Aus ehemals Angestellten werden plötzlich Selbstständige. Auch diese Strukturverschiebung kann durchaus verzögert eintreten.

Denkbar ist außerdem, dass Firmen ihre höheren Lohnkosten dadurch ausgleichen, dass Sonderzahlungen gekürzt oder gestrichen werden – auch bei Beschäftigungsgruppen, die vom Mindestlohn gar nicht getroffen werden.

Ansprechpartner

2. Juni 2017

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Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de

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IW-Report, 22. Mai 2017

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Seit Anfang 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Um die Auswirkungen auf das Tarifgeschehen zu untersuchen, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Experten aus acht Branchen befragt, die unmittelbar vom Mindestlohn betroffen sind. mehr

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Pressemitteilung, 22. Mai 2017

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Der Mindestlohn hat die Tarifverhandlungen komplizierter gemacht und manchen Tariflohn verdrängt. Wie eine Befragung von acht Branchenverbänden durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt, sehen einige Verbände darin einen erheblichen Eingriff in die Tarifautonomie. mehr