Als das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) jüngst den Max-Weber-Preis für Wirtschaftsethik verliehen hat, schlug Kardinal Marx in seiner Festrede versöhnliche Töne an: Er zeigte Wege zur Kooperation zwischen Kapital und Kirche auf.

Aktuell gibt es vor allem in der Flüchtlingskrise viele Chancen für entsprechende Kooperationen, wie der IW-Report „Facetten und Fakten der Flüchtlingsdebatte“ zeigt. Bereits jetzt engagieren sich 75 Prozent der befragten Unternehmen für Flüchtlinge und versuchen, diesen durch Praktika, betriebsnahe Aus- und Weiterbildung oder Spenden die Integration in den Arbeitsmarkt und in ein menschenwürdiges Leben zu erleichtern.

Doch auch jenseits der Flüchtlingsthematik haben Kirche und Unternehmen dasselbe Ziel: Ganz im Sinne des Kirchentagsmottos „Seht, da ist der Mensch“ steht für sie der Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Zentrum. Den Kirchen geht es dabei allerdings zugegebener Maßen eher um die jenseitigen Bedürfnisse und das Seelenheil, während die Firmen ihre Kunden vornehmlich im Diesseits materiell glücklich machen wollen – indem sie Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen, Jobs anbieten und Anlegern eine Rendite zahlen.