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Staatsverschuldung IW-Nachricht 15. August 2014

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Die Schulden der öffentlichen Haushalte sind 2013 um gut 30 Milliarden auf 2.038 Milliarden Euro gesunken. Der Rückgang der Schulden verteilte sich aber keineswegs gleichmäßig über die Republik. Zudem entwickelten sich beispielsweise in Nordrhein-Westfalen nur die sogenannten Nebenhaushalte positiv, die Verschuldung der Kernhaushalte legte indes weiter zu.

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Auf den ersten Blick sind die Zahlen erfreulich: Der Bund stand Ende 2013 mit rund 10 Milliarden Euro weniger in der Kreide als noch ein Jahr zuvor; bei den Ländern und Kommunen waren es insgesamt rund 20 Milliarden Euro weniger Schulden als im Vorjahr. Pro Kopf gerechnet gingen die staatlichen Schulden um 436 Euro zurück. Dennoch war jeder Bürger Ende 2013 allein durch die öffentliche Hand rein rechnerisch mit 25.289 Euro in den Miesen. Und: Nur der Bund und sieben Bundesländer mit ihren Kommunen konnten Schulden abbauen, in den neun anderen Bundesländer häuften sich indes weitere Schulden an.

Der eindrücklichste Schuldenabbau gelang Nordrhein-Westfalen, dessen Schulden sich um 18 Milliarden Euro verringerten. Dies ist aber nicht auf größere Sparsamkeit der Öffentlichen Hand zurückzuführen. Im Gegenteil: Die Schulden der Kernhaushalte, also der eigentlichen Landes- und Kommunalhaushalte sind um 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Der starke Rückgang resultiert vielmehr aus einer guten Entwicklung bei der sogenannten Ersten Abwicklungsanstalt, die die ehemalige West-LB abwickelt. Insgesamt konnten in den Nebenhaushalten von NRW die Schulden vor allem dadurch um mehr als 22 Milliarden Euro verringert werden.

Ähnlich entwickelten sich die Schulden Hamburgs. Auch hier ist die Verschuldung des Kernhaushaltes stark angestiegen und in den Nebenhaushalten deutlich zurückgegangen. Der Grund war die Auflösung des Konjunkturstabilisierungsfonds des Landes. Dieser Fonds war während der Finanz- und Wirtschaftskrise zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgelegt worden und wurde jetzt in den Landeshaushalt übernommen.

Beim Vergleich der Pro-Kopf-Verschuldung der einzelnen Länder offenbaren die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zudem erhebliche Unterschiede und offenbaren, dass der jüngste Abbau bei weitem nicht genügt (siehe interaktive Grafik). Unter den Flächenländern liegt das Saarland demnach mit einer pro Kopf Verschuldung von 16.680 Euro an der Spitze. Trotz des starken Schuldenabbaus folgt Nordrhein-Westfalen mit 13.669 Euro an zweiter Stelle. Besonders niedrig ist die Verschuldung in Bayern und Sachsen mit 3.200 beziehungsweise 2.086 Euro pro Einwohner.

Von den drei Stadtstaaten weist Bremen die mit weitem Abstand höchste Verschuldung von 30.615 Euro je Bürger auf. Hier haben die Schulden 2013 sogar um weitere 498 Euro pro Einwohner zugenommen. Gänzlich anders und wesentlich erfreulicher verlief die Entwicklung in Berlin. Die Hauptstadt konnte ihre Schulden je Einwohner im Jahr 2013 um 413 Euro abbauen – der beste Wert aller Bundesländer. Aufgrund der hohen Altlasten bleibt allerdings noch ein Schuldenberg von 60,4 Milliarden Euro. Das sind 17.799 Euro pro Kopf.

Schulden der öffentlichen Haushalte

Öffentliche Schulden je Einwohner 2013 in Euro. Über das Drop-Down-Menü können Sie sich die Daten für die einzelnen Bundesländer – inklusive ihrer Kommunen – anzeigen lassen.

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Quellen: Statistisches Bundesamt, Institut der deutschen Wirtschaft Köln

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