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Stromerzeugung IW-Nachricht 16. August 2010

Atomstrom ist nicht einfach zu ersetzen

Für eine sichere Stromversorgung sind Kernkraftwerke nach wie vor nötig – sie lassen sich vorerst nicht durch Strom aus erneuerbaren Energien ersetzen. Immerhin deckt die Kernkraft in Deutschland derzeit 23 Prozent des Stromverbrauchs. Auch das Argument, man habe hierzulande so viel Strom übrig, dass man sogar mehr exportiert als importiert, zieht nicht. Es handelt sich dabei um sehr geringe Mengen.

Die Bundesregierung hat die Energiewirtschaft und die Stromkunden als Geldquelle zum Stopfen von Haushaltslöchern entdeckt. So soll eine Brennelementesteuer für Strom aus Kernenergie jedes Jahr 2,3 Milliarden Euro einbringen. Für die Stromerzeuger werden Kernkraftwerke damit weniger wirtschaftlich. Das kann dazu führen, dass es betriebswirtschaftlich Sinn macht, einzelne Kraftwerke vorzeitig abzuschalten.

Die erneuerbaren Energien sind aber noch nicht in der Lage, die Kernenergie komplett zu ersetzen. Schließlich kommt es darauf an, immer genau die richtige Menge an Strom im Netz zu haben. Das ist mit Energiequellen wie Wind und Sonne, die eine stark schwankende Strommenge liefern, allein nicht zu erreichen.

Auch der deutsche Stromexport ist kein Zeichen dafür, dass Strom aus Kernenergie in Deutschland überflüssig ist. Zwar ist Deutschland seit einigen Jahren Nettoexporteur von Strom. Zuletzt machte der Exportüberschuss aber gerade einmal ein Zehntel des Stroms aus Kernenergie aus. Und vor allem: Der Export resultiert insbesondere daraus, dass überflüssiger Strom abgegeben werden muss, wenn Wind- und Solaranlagen mit voller Kraft laufen. Ein Puffer für Zeiten der Flaute ist dieser Exportstrom gerade nicht.

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