1. Home
  2. Presse
  3. „Fairer Wettbewerb”
Zeige Bild in Lightbox
IW-Steuerexperte Tobias Hentze
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Tobias Hentze in der Südwest Presse Interview 8. Juli 2021

„Fairer Wettbewerb”

Die Mindeststeuer ist für IW-Steuerexperte Tobias Hentze ein fairer Kompromiss, erklärt er im Interview mit der Südwest Presse.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

130 Staaten haben sich auf eine Mindestbesteuerung von Unternehmen geeinigt. Kann das funktionieren?

Es ist bemerkenswert, dass sich so viele Staaten überhaupt auf ein einheitliches Vorgehen einigen konnten. Leider gibt es ein paar Ausreißer.

Ist diese Steuer für deutsche Unternehmen von Vor- oder von Nachteil?

Es kann sein, dass einzelne mehr Steuern zahlen müssen als bisher. Aber grundsätzlich ist es ein Schritt zu einem faireren Steuerwettbewerb und daher auch zu mehr Steuergerechtigkeit. Wenn es gut umgesetzt wird, wird verhindert, dass in manchen Ländern sehr geringe Steuern gezahlt werden.

Sind nicht 15 Prozent viel zu wenig?

Das hat zwei Seiten. Auf der einen gibt es Länder, die viel niedrigere Sätze haben – Irland, Ungarn oder auch die Steueroasen in Übersee. Die müssten ihre Steuersätze erhöhen. Auf der anderen liegt die Belastung im OECD-Durchschnitt deutlich höher. Es geht um eine untere Grenze. Da finde ich 15 Prozent nicht verkehrt. Es zwingt manche Länder, ihren Steuersatz zu erhöhen, oder es kommt in anderen Ländern zu einer Nachbesteuerung.

Können Länder wie Irland, die nicht mitmachen wollen, noch eingefangen werden?

Ich halte die Differenzen nicht für unüberbrückbar. Wenn sich 130 Länder einigen, steigt der Druck auf die wenigen ungemein, die nicht mitmachen. Irland muss sich fragen, ob es in Kauf nehmen will, dass 2,5 Prozent woanders besteuert werden.

Das Beispiel Irland zeigt auch, dass der nominale Steuersatz nicht alles ist. Der tatsächliche soll deutlich niedriger sein.

Das ist ein wichtiger Punkt: Wie wird die Bemessungsgrundlage bestimmt? Da haben die beteiligten Staaten noch viel Arbeit vor sich.

15 Prozent sind nur etwa halb so viel wie die Belastung der Unternehmen hierzulande. Setzt das Deutschland unter Druck, die Steuer zu senken?

Es ist richtig, dass auch künftig Steuerwettbewerb möglich ist, dass er aber eine Untergrenze hat. Deutschland ist da unter Druck. Denn die 30 oder teilweise 35 Prozent je nach Höhe der Gewerbesteuer sind rekordverdächtig. Es gibt gute Gründe, die Belastung auf 25 Prozent zu senken. Das wäre etwas mehr als der Durchschnitt der OECD-Länder.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Der Joker in der Krise
Michael Hüther im Merkur Gastbeitrag 25. September 2022

Steuerfreie Einmalzahlungen: Der Joker in der Krise

Die deutsche Wirtschaft steuert wegen steigender Kosten für Energie und gewerbliche Produkte auf eine Rezession zu – und eine Lohn-Preis-Spirale, warnt IW-Direktor Michael Hüther. Angesichts dieser Ausgangslage seien jetzt die Gewerkschaften in der Pflicht, ...

IW

Artikel lesen
Tobias Hentze / Michael Hüther IW-Policy Paper Nr. 5 24. September 2022

Wirksame Hilfsprogramme in der Energiepreiskrise: Vorschläge für mehr Liquidität in Privathaushalten und Unternehmen

Die Wirtschaftspolitik steht angesichts der Schwere der Energiepreiskrise vor großen Herausforderungen. Mit den drei Entlastungspaketen hat die Regierung zwar einige wichtige Impulse gesetzt, eine stringente Linie lässt die Wirtschaftspolitik jedoch vermissen. ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880