Wohnungen werden in vielen Städten immer teurer. Das ist ja inzwischen fast eine Binsenweisheit. Aber wie angespannt die Lage auf dem Wohnungsmarkt besonders für Studierende ist, das zeigt jetzt eine neue Studie. Erstellt hat sie das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, kurz IW, und mehr dazu weiß Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim IW. In welchen Städten sind Wohnungen für Studierende denn besonders teuer geworden?

Generell sind die Preise in fast allen Städten stark gestiegen, aber besonders in den Großstädten. Nehmen wir etwa Köln, da muss man heute etwa für eine 25-Quadratmeter-Wohnung 470 Euro ausgeben, aber auch in vielen anderen Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München sind die Preise sehr stark gestiegen.

Wie sehr ist es insgesamt gestiegen im Vergleich zu früher?

Wir haben ein kontinuierliches Mietpreiswachstum, das sehr unterschiedlich ist. Die Spanne reicht von rund zehn Prozent Mietsteigerung seit 2010 bis zu 50 Prozent in Berlin."Nur jeder zehnte Student kommt dazu, einen Wohnheimplatz anzumieten"

Welche Wohnungen haben Sie jetzt untersucht für Ihre Studie? Waren das Wohnheimplätze oder einfach Wohnungen auf dem freien Markt?

Nein, wir haben uns Wohnungen auf dem freien Markt angeschaut, denn die Wohnheimplätze reichen bei Weitem nicht aus. Durchschnittlich kommt nur jeder zehnte Student dazu, einen Wohnheimplatz anzumieten. Das heißt, die meisten Studenten sind auf den freien Markt angewiesen. Und das haben wir uns angeschaut.

Besonders teuer geworden ist es also in den Großstädten, wie Sie eben schon gesagt haben. Gibt es denn auch Bereiche, wo es vielleicht günstiger geworden ist?

Nein, günstiger ist es nicht geworden, aber wir haben enorme Preisniveauunterschiede. Es gibt durchaus Studentenstädte wie etwa Bochum oder Siegen oder in Ostdeutschland etwa Jena oder Leipzig, die eben deutlich günstiger sind. Und wo man als Student dann auch noch sehr viel leichter eine passende Wohnung findet.

Wie erklären Sie sich diese Preissteigerungen bei den Mieten?

Wir haben die Situation, dass zum einen die Zahl der Studenten insgesamt sehr stark gestiegen ist, zum anderen aber auch die Städte insgesamt attraktiver geworden sind für junge Erwerbstätige, für ausländische Fachkräfte. Alle ziehen in die Städte, alle wollen letztlich günstige, zentral gelegene und kleine Wohnungen haben. Und da müssen die Studenten natürlich stark konkurrieren. Und auf der anderen Seite ist die Bautätigkeit eben nicht sehr stark ausgebildet. Teilweise wurde nur ein Drittel des Bedarfs tatsächlich gebaut. Und dadurch kommen natürlich Preissteigerungen zustande.

Zum Interview auf deutschlandfunk.de.