"Die Substanz bei VW kann bedroht sein“ Image
Doch nicht so umweltfreundlich: Volkswagen kommt wegen manipulierter Abgaswerte zunehmend in Bedrängnis. Foto: Frank Behrens/Flickr

Welche Folgen kann dieser Skandal generell für die deutsche Industrie haben?

Selbst wenn es - wie zu hoffen ist - ein Einzelfall bleibt, kratzt dies am Image der technologischen Führerschaft der deutschen Industrie. Da hilft nur schnelle Aufklärung und Verantwortungsübernahme durch und bei VW. Die Automobilbranche trägt in erheblichem Maße den deutschen Exporterfolg, sie konnte in den Jahren seit der Krise erheblich gute Arbeitsplätze neu aufbauen; über 775.000 Menschen haben dort Beschäftigung. Deshalb ist das keine Lappalie für die deutsche Wirtschaft, sie ist in ihrem Herz getroffen.

Welche Folgen hat der Aktienkursverfall bei VW für das Unternehmen?

Die heute gegebene Gewinnwarnung macht deutlich, wie sehr der Konzern betroffen sein kann. Die aufgerufenen Milliardenbeträge sind nicht leicht zu verdauen. An einem Tag 25 Prozent Wertvernichtung kennen Industrieunternehmen eigentlich nicht, hier kann die Substanz bedroht sein.

Und für die Anteilseigner?

Die Wertvernichtung wird nicht so leicht durch neues Vertrauen zu korrigieren sein. Insofern müssen die Anteilseigner einen sehr langen Atem haben.

Sind Arbeitsplätze gefährdet und wenn ja: wo und wie viele?

Wenn es gelingt, trotz erheblichen Strafzahlungen die eigentliche hohe Qualität der VW-Produkte erneut glaubwürdig zu machen, sollten die Belastungen für die Arbeitsplätze beherrschbar sein. Unabhängig davon steht VW ohnehin vor einem neuen Kostenstrukturprogramm.

Muss dieser Skandal personelle Konsequenzen haben und wenn ja, wo?

Ja, und zwar dort, wo die Entscheidungen getroffen und wo sie geduldet wurden. Was das genau bedeutet, kann erst die Untersuchung ergeben.

Zum Interview auf rp-online.de

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 12. Juli 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Metallpreise weiterhin auf TalfahrtArrow

Ohne klare Tendenz haben die internationalen Metallmärkte den Monat Juni abgeschlossen, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Unter dem Strich stand eine leichte Kostenentlastung, die aber praktisch vollständig auf den Euro-Dollar-Wechselkurs zurückzuführen ist. mehr

23. Juni 2017

Klaus-Heiner Röhl Rund um die Uhr bereitArrow

Durch flexible Produktionsformen laufen Maschinen immer länger, viele Unternehmen fertigen in Mehrschichtsystemen. Damit Unterbrechungen der Produktion vermieden werden, kommt der M+E-Branche Reparatur und Instandhaltung eine besondere Rolle zu: Die Anlagen werden rund um die Uhr gewartet und, wenn nötig, repariert. mehr auf iwd.de

14. Juni 2017

Christian Rusche Produktionstechnik: Die Welt druckt 3-D Arrow

Ob Flugzeugturbinen, Schuhe, Prothesen oder Fruchtgummi: Die Einsatzmöglichkeiten für 3-D-Drucker kennen kaum noch Grenzen. Auch wirtschaftlich ist der Markt eine einzige Erfolgsstory. Deutsche Firmen stehen den Innovationen besonders offen gegenüber. mehr auf iwd.de