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Michael Hüther Quelle: IW Köln

Ist die Lösung beim Mindestlohn ein weiser Kompromiss?

Er hat zwei negative Konsequenzen. Zum einen erhöht er die Einstiegshürden für Menschen mit schwieriger Erwerbsbiographie, wieder in Arbeit zu kommen. Zum zweiten höhlt er die Tarifautonomie aus. Wenn künftig die Mindestlohnkommission den Erhöhungsspielraum definiert, sinkt automatisch das Interesse an Tarifverträgen. Das Ganze fügt sich nicht in die deutsche Tarifordnung.

Wie beurteilen Sie die Rentenbeschlüsse?

Sehr negativ. Nach 20 Jahren eines sachorientierten Kurses mit Bezugnahme auf den demographischen Wandel, auf die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung, lautet die Devise nun wieder – und zwar wieder im Konsens - Leistungsausweitung. Das sind falsche Signale. Die führen zu einer vermeidbaren Kostenbelastung für den Faktor Arbeit.

Kommt Schwarz-Rot ohne Steuererhöhungen aus?

Ja, weil sich die Union sehr klar positioniert hat. Aber wenn wir in schwierigeres wirtschaftliches Fahrwasser geraten, was ja nicht ausgeschlossen ist nach der Hälfte der Legislatur, wird es auch finanzpolitisch wieder zurückschlagen. Und dafür ist keinerlei Vorsorge getroffen.

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Was den Intellektuellen alles zur AfD einfällt
Gastbeitrag, 18. September 2017

Michael Hüther in der Welt Was den Intellektuellen alles zur AfD einfälltArrow

Dieser Wahlkampf inspiriert nicht, er ermüdet, schreibt IW-Direktor Michael Hüther in der Welt. Aus dem Duell der Kanzlerkandidaten wurde wahrnehmungshalber ein Duett – was sich immerhin als zivilisierter und gelegentlich faktenbasierter Umgang positiv würdigen lässt. Erschütternd ist hingegen, wie im Windschatten andere Akteure nahezu leichtfüßig mit unmoralischen Mitteln den politischen Abgrund bespielen. mehr

IW-Kurzbericht, 13. September 2017

Sandra Parthie / Wolfgang Eichert German elections and what to expect for the European agendaArrow

While the populist equivalents to the likes of Marine Le Pen’s Front National or Geert Wilder’s Dutch party are much less center-stage in the German elections, the outcome and thus the impact on the EU is still uncertain. However, all the probable coalitions will not overhaul the current German stance on European politics. But proposals to change the governance of the EU Economic and Monetary Union (EMU) are on the agenda of all parties, of course with very different emphasis. mehr

Gastbeitrag, 28. August 2017

Martin Beznoska auf Focus Online Die Union will Familien stärker als die SPD entlastenArrow

In den Wahlprogrammen für die Bundestagswahl 2017 schlagen sowohl Union als auch SPD Änderungen bei Steuern und Sozialabgaben vor. In welchem Umfang die privaten Haushalte von den Entlastungsplänen profitieren würden, erklärt IW-Ökonom Martin Beznoska in einem Gastbeitrag auf Focus Online. mehr