Michael Hüther in den Salzburger Nachrichten Image
Michael Hüther Quelle: IW Köln

Ist die Lösung beim Mindestlohn ein weiser Kompromiss?

Er hat zwei negative Konsequenzen. Zum einen erhöht er die Einstiegshürden für Menschen mit schwieriger Erwerbsbiographie, wieder in Arbeit zu kommen. Zum zweiten höhlt er die Tarifautonomie aus. Wenn künftig die Mindestlohnkommission den Erhöhungsspielraum definiert, sinkt automatisch das Interesse an Tarifverträgen. Das Ganze fügt sich nicht in die deutsche Tarifordnung.

Wie beurteilen Sie die Rentenbeschlüsse?

Sehr negativ. Nach 20 Jahren eines sachorientierten Kurses mit Bezugnahme auf den demographischen Wandel, auf die Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung, lautet die Devise nun wieder – und zwar wieder im Konsens - Leistungsausweitung. Das sind falsche Signale. Die führen zu einer vermeidbaren Kostenbelastung für den Faktor Arbeit.

Kommt Schwarz-Rot ohne Steuererhöhungen aus?

Ja, weil sich die Union sehr klar positioniert hat. Aber wenn wir in schwierigeres wirtschaftliches Fahrwasser geraten, was ja nicht ausgeschlossen ist nach der Hälfte der Legislatur, wird es auch finanzpolitisch wieder zurückschlagen. Und dafür ist keinerlei Vorsorge getroffen.

Ansprechpartner

Hans-Peter Klös im Deutschlandfunk
Interview, 22. April 2017

Hans-Peter Klös im Deutschlandfunk „Fundamentalopposition, die durch die Realität kaum zu decken ist”Arrow

IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös hält viele Forderungen im Entwurf zum AfD-Wahlprogramm für krude und nicht nachvollziehbar. Es sei eine Mischung aus wirtschaftsliberalen, aber anti-freihändlerischen Positionen mit sozialpopulistischen Elementen. Für nicht nachvollziehbar hält er insbesondere die globalisierungs- und eurokritischen Positionen der AfD, erklärte er im Interview mit dem Deutschlandfunk. mehr

AfD-Wähler
IW-Pressemitteilung, 10. April 2017

AfD-Wähler Sie fühlen sich ausgeliefertArrow

Anhänger der Partei Alternative für Deutschland (AfD) könnten wegen ihrer guten wirtschaftlichen Lage entspannt sein – sind es aber nicht. Die Bezeichnung „Prekariatspartei“ ist jedenfalls falsch, denn die Wähler der AfD gehören nicht zu den „Abgehängten“, wie oft angenommen. Das belegt eine IW-Studie. mehr

Die AfD: Eine unterschätzte Partei – Soziale Erwünschtheit als Erklärung für fehlerhafte Prognosen
IW-Report, 22. März 2017

Knut Bergmann / Matthias Diermeier Die AfD: Eine unterschätzte Partei Arrow

Brexit, Trump und die AfD – eine Reihe von Abstimmungs- und Wahlergebnissen konnten Meinungsforscher in der jüngeren Vergangenheit nur schlecht vorhersagen. Der vorliegende Beitrag diskutiert diese Problematik am Beispiel der in Deutschland erstarkten rechtspopulistischen AfD. mehr