„Euro ist nicht in Gefahr“ Image
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Die Länder im Süden müssen ihre Finanzprobleme selbst in den Griff bekommen. Ich bin da gar nicht pessimistisch. Griechenland, Portugal und Spanien haben weitgehende Eingriffe in gesetzliche Leistungen beschlossen. Diese Länder sind seit der Griechenlandkrise auf dem richtigen Weg. Der Fall Irland hat das Problembewusstsein noch einmal geschärft.

Dennoch wird über Portugal als nächsten Anwärter auf Hilfen aus dem Rettungsschirm spekuliert.

Das halte ich für voreilig. Portugal ist nicht einseitig von einer Branche abhängig wie Irland von der Finanzbranche. Die Regierung hat mit deutlichen Eingriffen begonnen. Die nächste Refinanzierung Portugals auf den Kapitalmärkten ist erst Ende des ersten Quartals 2011 fällig. Es kommt jetzt darauf an, Linie zu halten. Die Politik darf nicht täglich mit Debatten über immer neue Maßnahmen Unsicherheit schüren. Beim EU-Gipfel in dieser Woche muss verbindlich festgeschrieben werden, dass in Zukunft auch die Gläubiger von Staatsanleihen an den Kosten beteiligt werden, wenn ein Staat insolvent zu werden droht.

Sie halten gemeinsame europäische Schuldpapiere – Eurobonds– oder den zusätzlichen Aufkauf von Staatsanleihen für falsch?

Die Gründer des Rettungsschirms signalisieren mit solchen Debatten, dass sie selbst nicht an seine Wirksamkeit glauben. Das ist das Schlimmste, was man machen kann. Der Vorschlag für Eurobonds ist politisch naiv. Die Zinsdifferenzen in Europa würden ausgehebelt und damit der Anreiz, eine solide Haushaltspolitik zu betreiben. Es besteht kein Anlass für solche Maßnahmen. Der Euro ist nicht in Gefahr. Auch die deutsche Wirtschaft ist da optimistisch. Sie fürchtet kein Scheitern der gemeinsamen Währung und massive Aufwertung. Die Euro-Debatte hat keinerlei Einfluss auf die Aufschwungperspektive.

Welche Risiken für den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland sehen Sie?

Rohstoff- und Fachkräftemangel sind Gefahren für den Aufschwung. Das spiegelt sich in unserer Herbstumfrage bei den Unternehmen. Die Euro-Debatte taucht dagegen nicht auf.

Die Bundesbank rechnet für 2011 mit zwei Prozent Wachstum. Droht danach der nächste Einbruch?

Wir haben alle Chancen für einen längeren Aufschwung. Auch über 2011 hinaus können wir 1,5 bis 2 Prozent Wachstum erreichen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ist sehr gut, die Lage auf dem Weltmarkt auch. Durch die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt nimmt die Nachfrage auch im Inland weiter zu. Der Aufschwung ruht auf den zwei Säulen Export und Binnennachfrage. Das ist die Basis für eine mehrjährige Expansion.

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Mit ihren niedrigen Zinsen hat die EZB vielen Unternehmen geholfen, die Krise zu überwinden - aber nicht allen. Würden die Zinsen steigen, hätten vor allem Firmen aus Italien, Griechenland und Frankreich ein Problem, schreiben die IW-Ökonomen Daniel Bendel und Markus Demary in einem Gastbeitrag auf Focus Online. mehr