"Delle würde Deutschland treffen" Image
Quelle: Fotolia

Die Konjunkturindikatoren deuten klar auf einen Abschwung in Deutschland hin. Wegen der Sparorgien droht die Nachfrage aus Europa einzubrechen. Wer wäre hierzulande von einem Abschwung besonders betroffen?

Eine Konjunkturdelle dürfte die deutsche Wirtschaft nach einem ähnlichen Muster treffen wie schon im Rezessionsjahr 2009. Die Ausfuhren steuern mehr als die Hälfte zur Wirtschaftsleistung bei. Über diesem Exportkanal bekommen besonders die Industrie und unternehmensnahe Dienstleistungen eine Flaute zu spüren. Die Autobranche und ihre Zulieferer wären belastet, vor allem die Stahlbranche. Allerdings sehen wir bislang nur eine Verlangsamung und noch keinen Absturz. Die Weltwirtschaft dürfte im kommenden Jahr immerhin um rund drei Prozent wachsen – dagegen war die globale Produktion 2009 sogar geschrumpft.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich nach der Rezession von 2009 äußerst stabil gezeigt. Ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich diese Erfolgsstory wiederholen lässt?

Die Erfahrungen aus der heftigen Rezession 2009 sind nicht zu unterschätzen. Die Firmen sind gut vorbereitet, die Arbeitszeitkonten wieder stärker gefüllt. Die Flexibilität ist nach wie vor hoch. Bislang reagiert keine einzige Branche erkennbar mit Entlassungen. Und wegen der demografischen Entwicklung dürfte die Zahl der Erwerbslosen sogar weiter sinken. Die Anpassung wird bei größeren Problemen eher dadurch stattfinden, dass Unternehmen sich bei großen Anschaffungen vorerst zurückhalten werden. Positiv ist, dass die deutsche Wirtschaft – ganz im Gegensatz zu vielen Euro-Randländern – noch keine Probleme hat, an Kredite zu kommen, um ihre Projekte und Investitionen zu finanzieren.

Die Risiken sind jedoch hoch. Ein Kollaps könnte drohen, wenn Chinas Immobilienblase platzt. Das Land ist zu einem der wichtigsten Handelspartner der deutschen Wirtschaft aufgestiegen.

Größere Korrekturen an Chinas Häusermarkt würden am Ende in der Tat auch die deutsche Wirtschaft belasten. Denn davon wären besonders die wohlhabenderen Bevölkerungsschichten in den Großstädten betroffen, die viele Luxusgüter aus Deutschland nachfragen. Allerdings verfügt Peking über einen hohen Bestand an Währungsreserven. Sollten die Probleme am chinesischen Bankenmarkt eskalieren, wird die Regierung keine Sekunde zögern, das Finanzsystem mit diesem Geld zu stabilisieren.

7. Juli 2017

Michael Grömling Arbeitskräftemangel bremst Wachstum aus Arrow

Wie wird sich die deutsche Wirtschaftsleistung im demografischen Wandel entwickeln? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dies bis ins Jahr 2035 vorausberechnet. Demnach wird die Produktivität zwar weiter steigen, doch die sinkende Zahl der Erwerbstätigen dämpft das Wachstum spürbar. mehr auf iwd.de

Demografie
Pressemitteilung, 6. Juli 2017

IW-Studie Wie Deutschland der Demografie trotzen kannArrow

Deutschland geht es derzeit wirtschaftlich gut. Doch der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Wie verhindert werden kann, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahrzehnten dennoch nicht einbricht, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer groß angelegten Studie. mehr

4. Juli 2017

Carsten Ruge „Made in Germany“ gefragt wie nieArrow

Aufgrund der hohen Qualität seiner Produkte zählt Deutschland seit Jahren zu den größten Exporteuren der Welt. Besonders Autos und Maschinen sind im Ausland gefragt. Die guten Zahlen erfreuen aber nicht jeden. International wird der deutsche Leistungsbilanzüberschuss des Öfteren kritisiert. Dabei trägt die starke Exportwirtschaft indirekt dazu bei, in anderen Ländern Jobs zu sichern. mehr auf iwd.de