Immobilien-Index Eine Branche im Dauerhoch

Nach wie vor befindet sich die Immobilienwirtschaft im Boom. Lediglich im Handel haben die Unternehmen mehrheitlich schlechte Erwartungen.

  • Ralph Henger / Michael Voigtländer ·
  • Interaktive Grafik ·
  • 23. Mär 2018

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Hintergrundinformationen

Was misst der Immobilien-Index

Der Immobilien-Index des Instituts der deutschen Wirtschaft ist ein Indikator für die konjunkturelle Entwicklung in der Immobilienwirtschaft. Dafür werden kontinuierlich die Vorstände der deutschen Immobilienfirmen befragt, wie sie die aktuelle Geschäftslage ihres Unternehmens beurteilen und welche Entwicklung sie erwarten. Mithilfe der Antworten lassen sich Rückschlüsse ziehen auf die gegenwärtige Lage und die konjunkturellen Aussichten der gesamten Immobilienbranche für die kommenden 12 Monate. Subindizes für die vier wichtigsten Teilmärkte Büro, Handel, Wohnen und Projektentwicklung zeigen ein differenzierteres Bild der Stimmungslage. Die Ergebnisse werden vierteljährlich im Handelsblatt veröffentlicht.

Wer genau wird befragt?

Der Index spiegelt das Stimmungsbild aller institutionellen Immobilieninvestoren in Deutschland wider. Die Fragen richten sich an die Geschäftsführer und leitenden Angestellten von rund 600 Immobilienunternehmen, darunter Immobilien-Aktiengesellschaften, G-REITs (German-Real-Estate-Investment-Trusts), Immobilien-Leasinggesellschaften, Wohnungsunternehmen, Projektentwickler, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Private Equity Fonds, Stiftungen, Vermögensverwalter und Family Offices.

Wie berechnen sich die Indexwerte?

Die Vorstände der deutschen Immobilienfirmen geben die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen anhand von drei Antwortkategorien an: gut, neutral, schlecht. Aus diesen Antworten wird ein sogenannter gewichteter und aggregierter Saldo jeweils für die Lage und die Erwartung gebildet. Dafür werden die prozentualen Anteile der drei Antwortkategorien der Umfrageteilnehmer saldiert, also der Anteil der negativen Antworten von dem Anteil der positiven Antworten abgezogen, während neutrale Antworten für den Saldo keine Rolle spielen. In einem weiteren Schritt werden die Ergebnisse auf Basis von Größenklassen gewichtet, um den unterschiedlichen Unternehmensgrößen Rechnung zu tragen. Grundlage für die Gewichtung ist der Verkehrswert des Immobilienbestandes der Investoren bzw. das Projektvolumen der Projektentwickler. Zu den kleinen Immobilienunternehmen gehören Betriebe mit einem Verkehrswert von bis zu 500 Millionen Euro (Projektentwickler mit einem Volumen bis 50 Millionen Euro). Als mittlere Immobilienunternehmen gelten alle Firmen mit einem Immobilienbestand von 500 Millionen bis 2 Milliarden Euro (Projektentwickler mit Volumen von 50 bis 200 Millionen Euro). Deren Antworten werden doppelt so stark gewichtet wie die der kleinen. Unternehmen mit einem Verkehrswert von mehr als 2 Milliarden Euro (und Projektentwickler mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro) gelten als groß. Ihre Antworten werden dreimal so stark gewichtet wie die der kleinen Firmen.

Werden weitere Daten erhoben?

Die ersten beiden Fragen beziehen sich auf die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen Geschäftslage. Wie beim Geschäftsklimaindex des ifo Instituts wird also die allgemeine Geschäftslage ermittelt, nicht jedoch kleinteilige Größen wie Umsatz, Gewinn und Auftragseingänge. Zur detaillierten Beurteilung des in den Fragen 1 und 2 ermittelten Geschäftsklimas werden jedoch auch ergänzende Fragen gestellt. Die Projektentwickler erhalten Fragen zu den Vorvermietungen, Vorverkäufen und den Grundstückskäufen. Die sonstigen Befragten werden zu den Preis- und Mietenentwicklungen sowie den Bestandsveränderungen befragt, um Aussagen zur konjunkturellen Lage in den Investitions- und Mietmärkten treffen zu können. Eine weitere Frage adressiert die Finanzierungsbedingungen der Betriebe. Darüber hinaus ist in jedem Quartal eine Sonderfrage vorgesehen, um das Meinungsbild zu aktuellen Themen einzufangen. Von jedem Teilnehmer werden vorab Kennzahlen erhoben, um eine differenzierte Auswertungen und eine Gewichtung der Teilnehmer bei der Indexbildung vornehmen zu können. Diese Basisbefragung wird jährlich wiederholt.

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