1. Home
  2. Presse
  3. In den Medien
  4. Weg mit der kalten Progression für immer!
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Michael Hüther in der Bild Gastbeitrag 5. August 2014

Weg mit der kalten Progression für immer!

In seiner Kolumne "Der Wohlstands-Hüther" in der Bild-Zeitung fordert IW-Direktor Michael Hüther die kalte Progression dauerhaft zu beseitigen. Denn nur so sei gewährleistet, dass heimliche Steuererhöhungen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Es ist eine alte Weisheit: Eine Politik, die den Bürger fair behandelt, gewinnt Unterstützung.

Doch es scheint, als sei dies bei der Bundesregierung in Vergessenheit geraten. Denn ist es fair, wenn man mehr als sechs Monate arbeiten muss, um die Steuerschuld und Sozialabgaben für das ganze Jahr zu verdienen? Sicher nicht!

Es ist unfair, dass der progressive Einkommensteuertarif unerbittlich zugreift, wenn die Löhne steigen. Egal was nach Abzug der Inflation übrig bleibt („kalte Progression“). Von 2010 bis 2013 sind die Löhne wegen der Inflation real nur um 1,6 Prozent angestiegen. Die Leistungsfähigkeit hat sich kaum erhöht, die Steuerbelastung dennoch.

Ohnehin tragen die Beschäftigten in Deutschland laut OECD die höchste Steuer- und Abgabenlast. Der Keil zwischen den Arbeitskosten der Firmen und dem für einen alleinstehenden Arbeitnehmer verfügbaren Einkommen erreicht 49,3 Prozent. Nur in Belgien ist dieser Wert noch höher.

Fair ist das nicht, zumal es geräuschlos passiert, einfach stattfindet. Seit Langem wird deshalb eine Reform des Steuertarifs gefordert. Doch diese Forderung prallt am Bundesfinanzminister ebenso ab wie die nach einer Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Sicher, die Schuldenbremse ist wichtig, und wir sollen Vorbild in Europa sein. Doch: Wo ist der ernsthafte Versuch, die Ausgaben einzudämmen?

Jetzt sind die Bedingungen für Steuersenkungen hervorragend. Die Konjunktur läuft gut. Die Selbstfinanzierung dürfte groß sein, da die höheren verfügbaren Einkommen der Volkswirtschaft zugute kommen.

Deshalb sollte die Regierung neben der Abschaffung der „kalten Progression“ auch beschließen, den Einkommenssteuer-Tarif künftig entsprechend der Inflation jährlich anzupassen – damit heimliche Steuererhöhungen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören.

Das wäre richtig fair!

Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Beitrag auf bild.de

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Ampel-Regierung vergisst die kalte Progression
Martin Beznoska / Tobias Hentze IW-Nachricht 4. Januar 2022

Ampel-Regierung vergisst die kalte Progression

Finanzminister Christian Lindner hat große Pläne: In einem Interview versprach er kürzlich Steuerentlastungen in Milliardenhöhe, allerdings erst ab 2023. Kleinere, schnell verfügbare Entlastungen wie der Ausgleich der kalten Progression bleiben derweil aus – ...

IW

Artikel lesen
Tobias Hentze IW-Kurzbericht Nr. 94 23. Dezember 2021

Alleinerziehende dürfen auf Steuerentlastung hoffen

Im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP findet sich die Ankündigung, Alleinerziehende mit einer Steuergutschrift zu entlasten. Damit lösen die Parteien ihr Versprechen aus dem Bundestagswahlkampf ein. Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde bereits der ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880