1. Home
  2. Presse
  3. In den Medien
  4. IW-Konjunkturampel: Ringen um Orientierung
Zeige Bild in Lightbox
(© Photo: iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Michael Grömling in den VDI-Nachrichten Gastbeitrag 4. Mai 2020

IW-Konjunkturampel: Ringen um Orientierung

Die verschlechterte Arbeitsmarktsituation in den USA zeigt sich deutlich in der Konjunkturampel. Auch für die Volksrepublik China stehen die Zeichen auf Rot. In Deutschland sind die Konsumenten pessimistisch, schreibt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling in einem Gastbeitrag für die VDI-Nachrichten.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Seit Wochen ringen die Konjunkturforscher um Orientierung. Unstrittig ist, dass sich die deutsche Volkswirtschaft in einer tiefen Rezession befindet. Wie groß die Fallhöhe derzeit bereits ist und auch noch werden wird, kann nur grob abgeschätzt werden.

Harte Fakten über die ökonomischen Effekte der Corona-Pandemie liegen erst zeitverzögert vor – das gilt auch für die IW-Konjunkturampel. Sie kann nicht das aktuelle Ausmaß der Einschläge bemessen. Gleichwohl signalisiert sie für die zurückliegende Zeit bereits Stillstand.

Unternehmensbefragungen können helfen, eine aktuelle Bewertung der wirtschaftlichen Lage zu liefern. Seit Anfang März fragt das IW wöchentlich nach den Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Geschäftsabläufe der deutschen Firmen im Frühjahr/Sommer 2020. Mitte April sprachen 63 % der Unternehmen von starken Auswirkungen und 33 % attestierten schwache Effekte. Unterschiede zwischen den Industrie- und Dienstleistungsfirmen sind dabei kaum zu erkennen.

„Erstmals seit vielen Dekaden rutscht die Weltwirtschaft in eine Rezession.“

Mit der starken globalen Ausbreitung des Virus – vor allem in den USA – rutscht auch die Weltwirtschaft erstmals seit vielen Dekaden in eine Rezession. Während der Finanzmarktkrise 2009 konnte dies durch das nur moderat abgebremste Tempo in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften noch verhindert werden. Die damalige Krise war vor allem ein Problem fortgeschrittenen Länder. Das ist jetzt anders. Mehr oder weniger synchron lässt rund um den Globus die Inlandsproduktion nach. Es gibt kaum Wirtschaftsbereiche, die verschont bleiben. Global, regional und sektoral zeigen sich umfassende Belastungen.

Inhaltselement mit der ID 7269 Inhaltselement mit der ID 7270

Mit Blick auf die Breitenwirkung dieser Konjunkturkrise dürften die gesamtwirtschaftlichen Produktions- und Einkommensverluste mindestens in der Größenordnung der Finanzmarktkrise von 2009 einzustufen sein. Damals war hierzulande im Jahresdurchschnitt ein Rückgang beim realen Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 5,7 % wegzustecken. Aber selbst um den Einbruch auf diese Größenordnung von 2009 zu begrenzen, müsste bereits im dritten Quartal 2020 eine kräftige Erholung einsetzen. Dies hängt wiederum davon ab, wie schnell und umfangreich der Lockdown vieler Betriebe aufgehoben und der Rückweg zum normalen Geschäftsleben wieder eingeschlagen werden kann.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Staatlich administrierte Preise dämpfen Inflation in Deutschland
Melinda Fremerey / Simon Gerards Iglesias / Dan Schläger IW-Kurzbericht Nr. 64 3. August 2022

Staatlich administrierte Preise dämpfen Inflation in Deutschland

Kultur, Verkehr oder öffentliche Daseinsvorsorge: Der Staat nimmt bei einer ganzen Reihe von Produkt- und Dienstleistungsgruppen eine aktive Rolle in der Preisbildung ein. Ohne diese staatliche Einflussnahme auf die Preise wäre der harmonisierte ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther bei Focus Online Interview 28. Juli 2022

„Wenn die Rezession kommt, drohen 3 Millionen mehr Arbeitslose“

Die Gefahren einer Rezession in Deutschland steigen immer weiter - mittlerweile liege die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent, sagt IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit Focus Online. Dabei gehe es nicht um eine rein technische Wirtschaftsflaute, sondern ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880