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Martin Beznoska auf Focus Online Gastbeitrag 30. November 2018

Finden Sie heraus: Wie viele Leute weniger Einkommenssteuer zahlen müssen als Sie

Fast 300 Milliarden Euro nimmt der Staat über die Einkommenssteuer ein. Wer welchen Beitrag dabei leistet, ist dabei sehr unterschiedlich verteilt, erklärt IW-Steuerexperte Martin Beznoska. Finden Sie mit dem IW-Steuertool heraus, wo Sie in der Verteilung der Einkommensteuer liegen.

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Die Einkommensteuer ist bezogen auf die Höhe des Steueraufkommens die wichtigste Steuerart in Deutschland. Im Jahr 2017 erreichte das Einkommensteueraufkommen ein Volumen von über 283 Milliarden Euro, was 38,6 Prozent der gesamtstaatlichen Steuereinnahmen ausmachte. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag, der als Aufschlag auf die Einkommensteuerzahlung in Höhe von 5,5 Prozent erhoben wird.

Die Einkommensteuer folgt einem progressiven Tarifverlauf, d.h. der Steuersatz auf einen zusätzlichen Euro Einkommen steigt mit der Höhe des Einkommens. Dies führt insgesamt zu einer steigenden durchschnittlichen Steuerbelastung für höhere Einkommen. Damit ist die Einkommensteuer das wichtigste Instrument zur Umverteilung, denn: Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz und desto größer der Anteil am Einkommensteueraufkommen. So trägt das reichste Zehntel der Bevölkerung mehr als 50 Prozent der Einkommensteuer. So zahlen 2,3 Prozent aller steuerpflichtigen Personen mehr als 25.000 Euro im Jahr und tragen damit insgesamt rund ein Viertel zu den Einnahmen aus der Einkommensteuer bei. Das zugehörige Bruttoeinkommen dieser Gruppe beginnt für eine sozialversicherungspflichtig beschäftigte Person, ledig und ohne Kinder, bei etwa 88.500 Euro im Jahr.

20 Millionen Erwachsene zahlen keine Einkommensteuer, weil sie zu wenig verdienen oder steuerfreie Einkünfte beziehen. Mit über sieben Millionen sind Rentner die größte Gruppe. Aber auch Auszubildende, Studenten, geringfügig Beschäftigte und Arbeitslose leisten keinen Beitrag zur Einkommensteuer. Insgesamt zahlen rund 30 Prozent der Erwachsenen keine Einkommensteuer.

Mit der Grafik können Sie herausfinden, wo Sie mit Ihrer Einkommenssteuer stehen: Welcher Anteil der Bevölkerung zahlt mehr als Sie, welcher weniger? Zugleich sehen Sie, welchen Beitrag „Ihre“ Einkommensteuergruppe, also die Steuerzahler mit einer Einkommenssteuer so hoch wie die Ihrige, zur Gesamtsteuerlast leisten (rechte Seite der Grafik). Der Anteil bezieht sich auf die Gesamtzahl der Erwachsenen von knapp 70 Millionen.

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Die Verteilung des Steueraufkommens folgt zunächst zwei gegenläufigen Effekten: Vom unteren Ende der Verteilung aus betrachtet nimmt zwar die Anzahl Personen je Balken tendenziell ab, gleichzeitig steigt die durchschnittliche Steuerlast der Personen aber prozentual stärker. Dadurch wächst die Bedeutung der Klassen für das Aufkommen im unteren Bereich. Ab etwa 8000 Euro Steuerlast sinkt die Personenzahl in den Klassen deutlich stärker und der Anteil am Gesamtaufkommen nimmt tendenziell wieder ab. Ab 15.000 Euro sind die Klassen in 1000er-Schritte unterteilt, um eine ausreichend hohe Anzahl Beobachtungen in den Daten zu haben. Die progressive Belastungswirkung der Einkommensteuer wird hierbei deutlich. Obwohl nur noch 6,4 Prozent der Bevölkerung mindestens 15.000 Euro zahlen, entfällt 41,5 Prozent des gesamten Aufkommens auf diese Personen.

Die Simulationsrechnung zeigt insgesamt, dass das Aufkommen aus Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag am oberen Ende der Verteilung konzentriert ist. Dies ergibt sich aus dem progressiven Tarifverlauf, denn mit steigendem Einkommen steigt auch der durchschnittliche Steuersatz. Somit tragen starke Schultern auch höhere Steuerlasten als schwächere. Durch ausbleibende steuerliche Entlastungen in den vergangenen Jahren „rutschten“ jedoch viele Steuerpflichtige in der Verteilung weiter nach oben.

Zum Gastbeitrag auf focus.de

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