1. Home
  2. Presse
  3. In den Medien
  4. Industriemetallpreis-Index: Starker Euro spielt Metallimporteuren in die Hände
Zeige Bild in Lightbox
(© Foro: iStock)
Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 12. Januar 2018

Industriemetallpreis-Index: Starker Euro spielt Metallimporteuren in die Hände

Ohne die jüngste Euro-Aufwertung wäre das Preisbarometer der Industriemetalle um 0,7 Prozent geklettert. Vor allem die Eisenerznotierung stieg im Dezember stark an, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag in der Börsen-Zeitung.

Zum Jahresende 2017 hin hat sich das Niveau der Metallpreise für europäische Importeure kaum verändert. Der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index), der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) berechnet wird, lag im Dezember mit 341,3 Punkten um lediglich 0,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Ein Jahr zuvor hatte das Preisbarometer mit 344,9 Zählern nur geringfügig höher gelegen. 2017 ist das in Euro berechnete Niveau der Metallpreise damit um gerade einmal 1 Prozent gefallen. Im IMP-Index werden die Dollar-Notierungen der wichtigsten Importmetalle zusammengefasst und mit dem aktuellen Wechselkurs umgerechnet, um so das Preisniveau aus Sicht der verarbeitenden Industrie in Deutschland abzubilden. Hinter der Stabilität im Dezember und im Jahresvergleich stehen jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen. So hat allein der Wechselkurs im vergangenen Monat dafür gesorgt, dass der IMP-Index nicht anstieg. Ohne die jüngste Euro-Aufwertung wäre das Preisbarometer um 0,7 Prozent geklettert und hätte damit praktisch den Vorjahreswert erreicht. Ohne den deutlichen Wertzuwachs der Gemeinschaftswährung im abgelaufenen Jahr hätte das Preisniveau für die wichtigsten Industriemetalle jedoch mit 383,5 Punkten deutlich höher gelegen und ein Niveau erreicht, das zuletzt im Frühjahr 2013 gemessen wurde.
 

Inhaltselement mit der ID 2731
Inhaltselement mit der ID 2732
Inhaltselement mit der ID 2734

Aber auch auf den in Dollar denominierten Metallmärkten gab es im Dezember sehr viel größere Ausschläge, als das durchschnittliche Preisniveau anzeigt. Vor allem die Eisenerznotierung stieg stark an: Der Preis legte um 12,5 Prozent zu. Auch Blei wurde im Monatsvergleich um 2 Prozent teurer, während der Preis für das Indexschwergewicht Kupfer nach zuletzt mehreren deutlichen Anstiegen im Dezember fast unverändert blieb. Rückgänge gab es bei Silber und Nickel um rund 5 Prozent bzw. 4 Prozent sowie – weniger ausgeprägt – bei Gold und Zink mit 1,5 und 1  Prozent. Die Preise für Aluminium und Zinn gaben jeweils um weniger als 1 Prozent nach. Im Jahresvergleich treten jedoch erhebliche Preisanstiege zutage. So sind die Indexschwergewichte Aluminium und Kupfer um jeweils gut ein Fünftel teurer geworden, ebenso Zink. Stattliche Aufschläge gab es auch bei Blei (+ 14 Prozent), Gold (+ 9 Prozent) und Nickel (+ 5 Prozent). Erheblich an Wert verloren hat – trotz des starken Preisauftriebs im Dezember – Eisenerz; hier ging es um ein Zehntel bergab. Auch Zinn (-8 Prozent) und Silber (-2,5 Prozent) sind auf Dollar-Basis günstiger geworden.

Kapazitätsabbau in China

Neben Nachfrageverschiebungen hatten auch Angebotsveränderungen erheblichen Einfluss auf die jüngsten Preisentwicklungen. So führte die Schließung von Produktionskapazitäten in China, deren Ziel die Vermeidung lokaler Schadstoffemissionen ist, zu Preissteigerungen. Derartig politisch motivierte Marktentwicklungen könnten sich auch im neuen Jahr in starken Preisschwankungen niederschlagen.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Eisenerzschwäche kaschiert festen Markt
Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 8. April 2024

IMP-Index: Eisenerzschwäche kaschiert festen Markt

Das Preisniveau für die wichtigsten Industriemetalle verzeichnete im März einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für die Börsen-Zeitung.

IW

Artikel lesen
Klaus-Heiner Röhl IW-Kurzbericht Nr. 19 8. April 2024

Verteidigungsausgaben: Gerade so genug für die NATO?

Zwei Jahre nach Ausrufen der „Zeitenwende“ durch Bundeskanzler Olaf Scholz meldet die Bundesregierung für 2024 das Einhalten des Zwei-Prozent-Ziels an die NATO. Das heißt, erstmals seit gut 30 Jahren gibt Deutschland im laufenden Jahr demnach jeden fünfzigsten ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880