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(© Foto: iStock)
Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 9. Mai 2019

Industriemetallpreis-Index: Preissprung von Eisenerz ist einzig starke Reaktion

Während bei den meisten Metallnotierungen im April nur geringe Veränderungen im Vergleich zum Vormonat zu beobachten waren, ist der Preis eines Rohstoffs stark angestiegen: Eisenerz wurde auf Dollar-Basis 8,4 % fester gehandelt als im März.

Bezieht man die Wechselkursveränderungen mit ein, hatten europäische Kunden, die in Euro abrechnen, sogar Preisaufschläge von 9 % zu verkraften. Seit Jahresanfang ist der Euro-Preis von Eisenerz damit um ein Viertel gestiegen, innerhalb der vergangenen zwölf Monate sogar um 55 %.

Index steigt um 1,2 Prozent

Durch den starken Preisauftrieb bei Eisenerz ist auch der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) im April geklettert. Der jüngste Wert von 358,5 Punkten liegt um 4,2 Zähler oder 1,2 % über dem Vormonatswert.

Ohne den Eisenerzeffekt wäre der Index nahezu stabil geblieben - und damit auch die Kostenbelastung der metallverarbeitenden Unternehmen in Euroland. Deren Situation als Einkäufer auf den internationalen Märkten wird durch den IMP-Index abgebildet, der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erhoben wird.

Die Notierungen der anderen Metalle haben sich im Monatsvergleich kaum bewegt. Aluminium, Nickel, Gold und Silber sind zwischen 1 % und 2 % günstiger geworden. Deutlichere Abschläge gab es bei Zinn (-3,7 %) und Blei (-5,3 %). Kupfer notiert praktisch unverändert. Höhere Preise gab es neben Eisenerz noch bei Zink - hier war der Anstieg mit 2,9 % im Vergleich von April zu März aber sehr viel niedriger als beim Grundstoff für die Stahlproduktion.

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Die leichte Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar im Monatsvergleich machte sich ebenfalls in der Preisniveauentwicklung bemerkbar. Zu konstanten Wechselkursen hätte der IMP-Index nur halb so stark, also um 0,6 %, angezogen.

Keine Trendbestätigung

Der jüngste Preisanstieg kann kaum als Fortsetzung der leichten Aufwärtstendenz der vergangenen Monate interpretiert werden. Dazu ist die Entwicklung auf dem Eisenerzmarkt zu singulär.

Aber auch ohne diesen Ausreißer wäre das Preisniveau nicht gefallen. Daher kann auch nicht von einer sich abzeichnenden Trendwende an den Metallmärkten ausgegangen werden.

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