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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 8. August 2011

Preisanstieg auf breiter Front

Nach einigen Monaten sinkender Preise sind die wichtigsten Industriemetalle im Juli wieder deutlich teurer geworden.

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Der Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln stieg von 406,0 Punkten im Vormonat auf 426,3 Punkte im Juli 2011. Das entspricht einem Anstieg um 5,0 Prozent innerhalb eines Monats.

Seit dem bisherigen Höchststand vom Februar dieses Jahres war der IMP-Index kontinuierlich zurückgegangen. Bis zum Juni verlor er insgesamt 9,3 Prozent. Eine wirkliche Trendumkehr war jedoch noch nicht zu erkennen. Der Preissprung des Juli hat die Entlastung der letzten Monate zu mehr als der Hälfte wieder zunichte gemacht. Und zum Monatsende zeigten die Preistrends weiter nach oben.

Die wichtigsten Industriemetalle bewegen sich weiterhin auf sehr hohem Niveau. Der Juli-Wert des IMP-Indexes lag praktisch gleichauf mit den Werten vom Dezember sowie vom März und April dieses Jahres. Nur in den Rekordmonaten Januar und Februar waren die Metalle noch teurer.

Die öffentliche Wahrnehmung konzentriert sich derzeit auf den Preis von Gold, das sich als vermeintlich sicherer Hafen in unsicheren Zeiten hoher Beliebtheit erfreut. Und tatsächlich wird Gold derzeit zu Höchstkursen gehandelt. Der Preisanstieg ist aber nicht allein auf die Edelmetalle Gold und Silber beschränkt. Vielmehr sind Metalle auf breiter Front teurer geworden. Im Vergleich zum Vormonat ist der Goldpreis mit unter drei Prozent auf Dollar-Basis sogar eher langsam gestiegen. Kupfer, Blei, Nickel und Silber sind um rund 6,5 Prozent teurer geworden. Und die Preise für Zinn und Zink haben sich sogar um fast 7,5 Prozent erhöht. Preisdämpfend waren hingegen Eisenerz mit gut 1 Prozent Preisaufschlag sowie Aluminium, das sogar gut 1 Prozent billiger zu haben ist. Die Wechselkursentwicklung hat die Preisaufschläge in Euro gerechnet noch einmal um knapp einen Prozentpunkt verstärkt.

Die Preisrallye an den Rohstoffmärkten geht weiter, für Entwarnung gibt es keinen Anlass. Wie die nächsten Monate sich entwickeln, hängt entscheidend von der weltwirtschaftlichen Entwicklung ab. Eine Eintrübung kann zu einer Spaltung der Preisbewegungen führen: Edelmetalle könnten als Anlage noch weiter an Beliebtheit gewinnen und noch höhere Preise erreichen, während schlechtere Konjunkturaussichten bei anderen Metallen für ein wenig Entspannung sorgen könnten.

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