Die Kostenentwicklung an den internationalen Metallmärkten hat im gerade abgeschlossenen Jahr vor allem nach oben gezeigt, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt für die Börsen-Zeitung.

IMP-Index: Metallpreise auf höherem Niveau angekommen
Sowohl in Euro wie in Dollar gerechnet hat sich das Kostenniveau für die industriellen Metallverarbeiter spürbar erhöht. Bei einzelnen Metallen hat es aber auch gegenteilige Entwicklungen mit erheblichen Preissenkungen gegeben.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die wichtigsten nach Deutschland importierten Metalle um 12,4 Prozent teurer geworden. Der Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft, der die Preisentwicklung der wichtigsten Importmetalle in Euro abbildet, schloss zum Jahresende mit einem Wert von 564,4 Punkten. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Plus von noch einmal 0,7 Prozent. Damit wurde der leichte Rückgang im November wieder vollständig kompensiert.
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Nach einem ruhigen Einstieg in das Jahr stieg der IMP-Index im Frühjahr stark an und erreichte seine Rekordmarke im Mai. Dabei blieb er nur gerade einmal gut fünf Prozent unter dem bisherigen Allzeithoch aus dem April 2022. Auch wenn das Niveau des Jahreshöchststands in den Folgemonaten nicht gehalten wurde, schwanken die Metallpreise seitdem deutlich erhöht. Zwischen Sommer 2022 und März 2024 lag der Index bis auf wenige Ausnahmen rund um die 500-Punkte-Marke. Seit April hat sich ein spürbar höheres Preisniveau von etwa 550 und zuletzt 560 Punkten etabliert.
Unterschiedliche Bewegungen
Sowohl im Gesamtjahr als auch im letzten Monat hat die anhaltende Euro-Abwertung gegenüber dem US-Dollar die Einkäufe auf den Weltmärkten teurer gemacht. So wäre das Metallpreisniveau bei konstanten Wechselkursen seit Ende letzten Jahres nur um 8 Prozent gestiegen. Knapp zwei Drittel des Kostenanstiegs 2024 geht damit auf die internationalen Metallmärkte zurück, ein gutes Drittel auf den Wechselkurseffekt. Am aktuellen Rand ist der Effekt sogar noch deutlicher: Statt des leichten Preisanstiegs hätte es ohne Währungsschwankungen eine Entlastung für heimische Einkäufer um 0,7 Prozent gegeben.
Die einzelnen Metalle haben sich im Verlauf des letzten Jahres sehr unterschiedlich entwickelt. Dies gilt auch für die drei Indexschwergewichte: Aluminium ist mit 21 Prozent stark überdurchschnittlich angestiegen. Kupfer liegt mit gut 10 Prozent Anstieg nah am Durchschnittswachstum. Eisenerz hingegen ist mit einem Minus von über 22 Prozent die wichtigste Kostenbremse des vergangenen Jahres gewesen; aktuell ist der Stahlgrundstoff gegen den Trend hingegen um 3,2 Prozent angestiegen. Stärker als der Durchschnitt nach oben zeigten 2024 auch die Preisentwicklungen von Zinn (22 Prozent) und Zink (26 Prozent) sowie den Edelmetallen Gold (36 Prozent) und Silber (34 Prozent). Die Edelmetalle haben 2024 ihr Rekordniveau erreicht, Kupfer lag im Frühjahr kurz davor. Wenig Veränderungen gab es im Jahresvergleich bei Blei und Nickel, die mit +2 beziehungsweise -2 nah am Wert vom Ende des Vorjahres liegen.

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