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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 9. September 2016

IMP-Index fällt unter 300

Aufgrund des starken Euro sind die Preise der Industriemetalle für Verarbeiter im gemeinsamen Währungsraum im August günstiger geworden, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung.

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Im Juli hatten die Einkäufer noch einen Preissprung auf breiter Front verkraften müssen. So ist der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln), der die monatliche Preisentwicklung der wichtigsten international notierten Metalle auf Euro-Basis berechnet, zuletzt um 0,9 Prozent oder 2,8 Punkte auf 299,6 gefallen. Diese Entlastung für deutsche Metallverarbeiter reicht aber nicht aus, um die Kostenanstiege seit Jahresanfang auszugleichen. Immer noch liegt der IMP-Index um 15 Prozent über dem Niveau von Dezember 2015.

Der jüngste Rückgang des Barometers ist nicht durch Preisabschläge auf den weltweiten Metallmärkten verursacht worden. Basis der Entlastung war vielmehr die Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses. Mit der Stärke des Euro haben sich Importe tendenziell verbilligt, damit auch die Metallimporte. Ohne die Aufwertung im August wäre der IMP-Index nicht gesunken, sondern geringfügig um 0,3 Prozent oder einen Punkt angestiegen. Damit läge der Index mit 303,4 Zählern weiter über der 300-Punkte-Marke.

Die Metallmärkte haben sich im August uneinheitlich entwickelt. Kupfer und Silber sind um rund 2 Prozent günstiger geworden. Blei und Gold blieben praktisch unverändert. Deutlich zugelegt hat vor allem Eisenerz, das 7 Prozent höher notierte als im Vormonat. Zink und Zinn stiegen mit 4 Prozent bzw. 3 Prozent deutlicher an, Nickel und das Indexschwergewicht Aluminium kletterten um rund 1 Prozent. In Euro gerechnet wurden allerdings nur Eisenerz, Zink und Zinn teurer.

Trendwende nicht bestätigt

Die Trendwende an den Metallmärkten, die sich nach der Entwicklung der vergangenen Monate angedeutet hatte, hat sich damit im August nicht fortgesetzt. Dennoch befindet sich der IMP-Index weiter nahe am oberen Rand des Abwärtskorridors, der mit dem Indexhöchstwert im Februar 2011 (447,6 Punkte) begonnen hatte. Um den Abwärtstrend weiter zu stabilisieren, wäre in den nächsten Monaten ein deutlicher Rückgang der Metallpreise erforderlich.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

 
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