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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 6. Juni 2014

Entlastung für Stahlkocher

Auf den Metallmärkten war im Mai kein ausgeprägter Trend erkennbar, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Der Industriemetallpreis-Index des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, in dem die Preisentwicklungen der wichtigsten Metalle in Deutschland zusammengefasst werden, blieb zuletzt annähernd stabil.

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Gerade einmal um 0,3 Prozent oder 0,8 Punkte ging der IMP-Index im Vergleich zum Aprilwert zurück. Damit erreichte er einen Wert von 311,7 Zählern. Insgesamt kann von einem "Moment der Stabilität" gesprochen werden. Der Abwärtstrend, der seit fast dreieinhalb Jahren anhält, ist damit aber noch längst nicht gebrochen.

Auch wenn das Gesamtbild kaum eine Veränderung zeigt, hat sich im Detail einiges bewegt. Besonders deutlich fiel der Preisrückgang bei Eisenerz aus. Das Ausgangsmaterial zur Stahlherstellung wurde auf Euro-Basis im Mai fast 12 Prozent günstiger als im Vormonat. So wenig kostete Eisenerz Stahlkocher wie ThyssenKrupp und Salzgitter zuletzt 2009. Seit Jahresbeginn ist die Notierung um 22 Prozent gefallen. Kleinere Preisrückgänge gab es im Monatsvergleich mit 2,7 Prozent beim Leichtmetall Aluminium sowie mit 1,4 und 0,2 Prozent bei den Edelmetallen Silber und Gold.

Ein Preisanstieg war vor allem bei Nickel zu beobachten, das um mehr als 12 Prozent teurer wurde. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Wertzuwachs bei dem Rohstoff, der u.a. in der Produktion von Edelstahl Verwendung findet, auf über 36 Prozent. Auch Kupfer, das für viele Infrastrukturprojekte benötigt wird, ist im Wert gestiegen; im Vergleich zu April um 3,9 Prozent. Auch für Zink (+ 2,2 Prozent) und Blei (+ 1,1 Prozent) musste zuletzt mehr gezahlt werden.

Die Wechselkursentwicklung hat den Rückgang der Metallpreise etwas gebremst. Ohne die leichte Abwertung des Euro um rund einen Cent gegenüber dem US-Dollar wäre der IMP-Index auf knapp 310 Punkte gefallen. Eine weitere Abwertung auf das Niveau des Vorjahres würde jedoch einen deutlich stärkeren Anstieg der Metallpreise nach sich ziehen, was die Erfolgsrechnungen deutscher Industrieunternehmen als bedeutende Verbrauchergruppe belasten würde.

Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

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