Ohne die jüngste Dollar-Abwertung wäre der Industriemetallpreis-Index im Juni nicht leicht gefallen, sondern um 3,1 % auf 609 Punkte gestiegen. Damit wäre sogar der bisherige Rekordwert vom April 2022 bei 607 Punkten leicht übertroffen worden, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt für die Börsen-Zeitung.
IMP-Index: Dollar-Abwertung verhindert Metallpreisrekorde
Trotz der erneuten starken Abwertung des US-Dollar haben sich die in Euro abgerechneten Preise für Metalle nur leicht reduziert. Auf den internationalen Metallmärkten sind die Preise zuletzt wieder spürbar angestiegen. Ohne die Wechselkursentwicklung des ersten Halbjahrs lägen die Metallkosten heute weit über dem bisherigen Rekordniveau.
Der Industriemetallpreisindex (IMP-Index), der monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft berechnet wird, ist im Juni um 0,4 % oder 2,2 Punkte auf 568,8 Punkte gesunken. Der Index bildet das Kostenniveau für deutsche industrielle Verbraucher ab und berücksichtigt daher sowohl die Preisentwicklungen auf den Metallmärkten wie auf den Devisenmärkten. Das aktuelle Preisniveau bewegt sich damit auch im Sommer weiterhin auf dem Niveau des Jahreswechsels. Zwischen Herbst 2024 und heute hat sich der Index immer im Schwankungsrahmen zwischen knapp 560 und 600 Punkten bewegt.
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Das hohe Maß an Stabilität basiert jedoch auf der deutlichen Abwertung des Dollar, der gegenüber dem Euro seit Januar Monat für Monat an Wert verloren hat. Ohne die kurzfristige Wechselkursänderung wäre der IMP-Index im Juni nicht gefallen, sondern um 3,1 % auf 608,8 Punkte gestiegen. Damit wäre sogar der bisherige Rekordwert vom April 2022 leicht übertroffen worden. Mit dem Euro-Dollar-Austauschverhältnis vom Januar läge der Metallpreisindex heute sogar bei 632,6 Punkten. Dieser Wert wäre gut 4 % über dem Rekord aus den Zeiten der Corona-Turbulenzen und über 11 % höher als der tatsächliche Wert. Der schwache Dollar hat bisher neue Euro-Rekordkosten für die Verarbeiter von Metallen verhindert.
Nach oben gingen die Preise auf Euro-Basis im Juni nur für drei Metalle. Die beiden Indexschwergewichte Aluminium und Kupfer legten jeweils 1,0 % zu, Silber wurde sogar um 7,6 % teurer. Deutliche Entlastungen gab es mit einem Minus von 6,8 % beim schwankungsanfälligen Eisenerz. Auch Nickel verlor mit 4,3 % spürbar; Zink und Blei wurden mit 1,7 beziehungsweise 1,3 % auch noch spürbar günstiger. Fast unverändert mit einem Rückgang von nur 0,3 % liegt der Euro-Preis von Zinn. Auch Gold verlor auf Euro-Basis um 0,8 % und hat damit seinen Rekordwert verlassen. In Dollar gerechnet war das Edelmetall jedoch im Juni so teuer wie noch nie.
IMP-Index: Deutlicher Rückgang nach fünf Monaten auf Rekordniveau
Nach dem Sprung zum Jahreswechsel von rund 746 auf 829 Punkte hat sich der Industriemetallpreis-Index fünf Monate lang auf Rekordniveau bewegt, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung.
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