Die Meldungen über Entlassungen in großen deutschen Unternehmen häuften sich in den vergangenen Monaten. Dies trifft im Kern Industriekonzerne, aber auch Dienstleister wie etwa Banken. Die guten Jahre einer kontinuierlichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt scheinen vorbei zu sein. Tatsächlich war die Entwicklung seit dem Jahr 2005 hierzulande grandios: Die Zahl der Arbeitslosen ging von rund 5 Mio. auf 2,2 Mio. zurück. Im Gegenzug stieg die Zahl der Erwerbstätigen von rund 39 Mio. auf über 45 Mio. Personen an. Der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im Alter von 15 bis 65 Jahren erhöhte sich von 65 % auf 75 %. Diese im internationalen Vergleich herausragende Entwicklung hatte große Bedeutung für die Inlandskonjunktur. Sie stimulierte kräftig den Konsum – über die mit der höheren Beschäftigung einhergehende Einkommensentwicklung, über die Festigung der Beschäftigungserwartungen und letztlich über die verbesserte finanzielle Lage der privaten Haushalte.

„Die guten Jahre einer kontinuierlichen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt scheinen vorbei zu sein.“

Dieser Konjunkturmotor scheint jetzt ins Stottern zu kommen. Die Erwartung eines ewig andauernden Beschäftigungsaufbaus wäre auch illusorisch. Die IW-Konjunkturampel zeigt schon seit dem Frühjahr 2018 kaum noch grüne Signale. Aktuell gilt dies zwar noch für die Felder Konsum und die Investitionen. Aber die Werte decken noch das erste Quartal 2019 ab. Im zweiten Vierteljahr dürfte sich die Lage nicht weiter verbessert haben. Seit Frühjahr vergangenen Jahres leuchten fast immer zwei bis drei Felder rot auf, meist im industriellen Kontext. Die restlichen Indikatoren – vor allem die Arbeitsmarktdaten – weisen mehr oder weniger auf Stillstand hin und leuchten gelb. Einen Grund für breit angelegte Sorgen begründet dies zunächst nicht.