Dass Protektionismus ein Negativsummenspiel ist, bei dem alle verlieren, merken ebenfalls die USA. Jedenfalls tritt auch dort das Verarbeitende Gewerbe auf der Stelle. Den offiziellen Zahlen nach gilt dies auch für China.

Die jüngsten Handelsgespräche zwischen den USA und China haben die Anspannungen zumindest nicht weiter verstärkt. Eindeutige Signale für ein besseres Miteinander gehen davon aber erst einmal nicht aus. Von einer breiten geopolitischen Entspannung sind wir ebenfalls weit entfernt. Damit bleiben auch die vielfältigen politischen Risiken für Investoren rund um den Globus bestehen. Die Konjunkturperspektiven für die großen Wirtschaftsräume werden dementsprechend weiter gestutzt.

Beim Welthandel und der globalen Investitionstätigkeit zeigen sich unverkennbare Bremsspuren. Diese treffen die deutsche Industrie mitvoller Kraft. Sichtbar wird dies Monat für Monat mit der IW-Konjunkturampel, wo die für die Industrie relevanten Felder seit geraumer Zeit kein Grün mehr gesehen haben. Auch an der Kapazitätsauslastung der Industrie werden die konjunkturellen Beeinträchtigungen sichtbar: Vom dritten Quartal 2018 bis zum dritten Quartal 2019 ging der Nutzungsgrad von 88 % auf 84 % zurück. Das ist im langfristigen Vergleich zwar immer noch ein guter Wert, der jedoch im laufenden Quartal aller Voraussicht nach weiter unterboten wird. Dafür sprechen schon die Meldungen über geplante Kurzarbeit – vor allem im Automotive-Sektor. Die Kapazitätsanpassungen treffen aber nicht nur die Fahrzeugindustrie, sondern sie sind in der Breite der Industrie angekommen.