Die IW-Konjunkturampel signalisiert schon seit geraumer Zeit kaum noch Bewegung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Über eine lange Zeit standen hier die Zeichen auf Grün – es waren meistens beachtliche Verbesserungen zu verzeichnen.

Das macht ein Vergleich der Arbeitsmarktdaten für das Jahr 2005 mit den Werten vom ersten Halbjahr 2019 deutlich: Am Ende der langen Stagnation von 2001 bis 2004 lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Deutschland bei knapp 5 Mio., was einer Arbeitslosenquote von 13 % entsprach. Die Zahl der Erwerbstätigen belief sich auf gut 39 Mio. Dagegen waren im Durchschnitt der ersten sechs Monate dieses Jahres rund 2,3 Mio. Menschen als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote belief sich damit auf 5,2 % – sie hat sich also seit 2005 mehr als halbiert.

Dieses aktuelle Niveau an Arbeitslosigkeit kann auch im internationalen Vergleich als hervorragend gewertet werden. Die Zahl der Erwerbstätigen lag im Durchschnitt des ersten Halbjahrs 2019 bei rund 45 Mio. Trotz der zwischenzeitlichen Finanzmarktkrise und der darauf folgenden Staatsschuldenkrise wurden hierzulande seit dem Jahr 2005 rund 5,5 Mio. Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit haben sich jedoch die Hoffnungen auf einen fortgesetzten Arbeitsmarkterfolg verflüchtigt. Viel ist schon gewonnen, wenn sich die Beschäftigungsfelder der IW-Konjunkturampel in nächster Zeit nicht rot einfärben. Die Herausforderungen für die deutsche Industrie durch Protektionismus, technologischen Wandel und Kosten - entwicklung sind gewaltig.