Die Corona-Pandemie nimmt erneut Anlauf. Die Gefahr beschleunigter Ansteckungen und damit auch anhaltender wirtschaftlicher Beeinträchtigungen steigt mit der Ausbreitung von Virusmutationen. Bislang hat die Pandemie in Deutschland Wohlstandsverluste in einer Größenordnung von rund 250 Mrd. € mit sich gebracht. Allein im ersten Quartal 2021 dürften Produktions- und Einkommensausfälle von gut 50 Mrd. € entstanden sein. Dies ist aber nur rund die Hälfte dessen, was im zweiten Quartal 2020 verloren gegangen ist.

Der Unterschied zum Frühjahr vergangenen Jahres liegt darin, dass im Winterhalbjahr 2020/2021 die Industrie stabil blieb. Die Belastungen des erneuten Lockdowns dürften in ihrer vollen ökonomischen Wirksamkeit aber erst im ersten Quartal 2021 sichtbar geworden sein. Trotz beginnender Öffnungen ab Anfang März 2021 sind Teile der haushalts- und personenbezogenen Dienste seit mehr als einem Vierteljahr geschlossen oder zumindest stark eingeschränkt.

Dagegen konnte die deutsche Industrie ihre Erholung nach dem Knock-out im Frühjahr 2020 fortsetzen, wenngleich das Tempo innerhalb des vierten Quartals 2020 spürbar nachgelassen hat und im Januar 2021 ein leichter Rückgang zu verzeichnen war.

Zuletzt haben sich auch stockende Produktionsprozesse infolge fehlender Bauteile, wie der Halbleiter, abgezeichnet. Zusammen mit anderen Faktoren wird damit auch deutlich, dass die Industriekonjunktur derzeit kein risikofreies Gelände ist.