Die Corona-Pandemie trifft die Welt mit multiplen Angebots- und Nachfrageschocks zugleich. Zulieferungen stocken und Mitarbeiter fehlen. Die Nachfrage aus dem In- und Ausland geht in Teilen der deutschen Wirtschaft abrupt zurück. Das gab es in der Breite, Heftigkeit und Schnelligkeit noch nie.

Die IW-Konjunkturampel bildet dieses ökonomische Desaster mittlerweile ab, die meisten Indikatoren haben sich deutlich verschlechtert. Das relativ gute Bild für den Euroraum ergibt sich aus der verzögerten Verfügbarkeit einzelner Daten. Und das Rot wird sich so schnell nicht aus der Ampel verflüchtigen.

Die Daten der wöchentlichen IW-Konjunkturumfrage bei Unternehmen zeigen, dass in der kurzen und mittelfristigen Sicht kein Unterschied bei den negativen Erwartungen besteht. Knapp zwei Drittel der Firmen sehen aktuell und auch für 2021 starke Auswirkungen der Pandemie.

Die Erholung wird nach den starken Beeinträchtigungen im zweiten Quartal wahrscheinlich noch weite Teile des kommenden Jahres in Anspruch nehmen. Beim Konsum ist eine schrittweise Normalisierung in diesem und im nächsten Jahr möglich. Das hängt vom Pandemieverlauf, den damit verbunden Restriktionen, der Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung sowie der Konsumlaune ab. Bei den Investitionen sind längere Verwerfungen denkbar.

Eine entscheidende Rolle spielen die Perspektiven für die Weltwirtschaft. Der Lockdown rund um den Globus hat die Investitionsneigung schwer geschädigt. Und dies trifft das stark auf moderne Investitionsgüter ausgerichtete deutsche Geschäftsmodell besonders heftig. Eine vorübergehende und in Teilen notwendige Verschiebung von investiven hin zu konsumtiven Staatsausgaben verstärkt die globale Investitionsschwäche.