Die Corona-Pandemie hat die Volkswirtschaften rund um den Globus fest im Griff. In Deutschland hat sich die Ausbreitung deutlich reduziert, viele Schwellenländer kämpfen dagegen noch stark gegen das Virus an. Im Vergleich zu früheren Konjunkturkrisen bremst Covid-19 weltweit die Unternehmen flächendeckend aus. Viele Dienstleister – vor allem im konsumnahen Bereich – wurden infolge des Lockdowns lahmgelegt. Zunächst haben die geschlossenen Geschäfte die Umsätze insbesondere im Gastronomie- und Kulturbereich auf null gesetzt. Die Lockerungen gestatten jetzt den allmählichen Einstieg in die Normalität.

Auch die Industrie ging in die Knie. Fehlende Zulieferungen und fehlende Mitarbeiter ließen die Fließbänder vielfach stillstehen. Die Indikatoren der IW-Konjunkturampel für die deutsche Industrie stehen auf Rot. Die aktuellen Daten zur Industrieproduktion weisen einen beispiellosen Einbruch aus: Im April 2020 lag die Industrieproduktion um 22 % unter dem bereits deutlich eingebrochenen Wert vom März 2020. Vor allem die Automobilproduktion erlebte einen historischen Tiefsturz – hier wurde im April 2020 das Volumen vom März um knapp 75 % unterschritten.

„Eine zweite Infektionswelle würde einen langen Schatten auf die Industrie werfen.“

Diese in der modernen Wirtschaftsgeschichte Deutschlands einmaligen Einbrüche machen deutlich, dass die konjunkturellen Anpassungslasten erheblich stärker ausfallen können als während der globalen Finanzmarktkrise 2008/2009. Diese Rezession galt bislang als die Krise schlechthin.