Während der Rückgang im Februar und März mit zusammen gut 8 % relativ moderat war, ist die Preissteigerung bis Juli mit mehr als 14 % ausgesprochen stark gewesen. Der Industriemetallpreis- Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat im abgelaufenen Monat mit 388,1 Punkten den höchsten Wert seit über sieben Jahren erreicht. Man muss bis März 2013 zurückgehen, um auf ein ähnliches Preisniveau zu stoßen. Während damals eine langanhaltende Abwärtsbewegung im Gange war, die von 2011 bis Anfang 2016 dauerte, bewegen sich die Metallmärkte seitdem beständig, wenn auch langsam nach oben.

Fast 6 Prozent fester

Auf kurze Sicht hat sich die Preisauftriebsdynamik noch einmal beschleunigt. Der monatlich berechnete IMP-Index, der die Preise der wichtigsten Metalle auf Euro-Basis abbildet und damit die Perspektive deutscher Importeure und Verarbeiter einnimmt, ist im Juli um 21,5 Punkte oder 5,9 % gestiegen. Da gleichzeitig der Euro gegenüber dem Dollar spürbar aufgewertet hat, wurde die Aufwärtsbewegung sogar noch durch die Wechselkursentwicklung abgebremst. Bei stabilen Wechselkursen wäre der Anstieg mit 7,8 %noch deutlich höher ausgefallen. In diesem Fall hätte das Preisbarometer mit 395,2 Punkten die 400-Punkte-Marke nur knapp verfehlt. Dass es trotz der Corona-Krise, die die Weltwirtschaft weiter im Griff hat, im Unterschied zur Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008/2009 zu einem Anstieg der Metallpreise kommt, deutet auf mehrere Ursachen hin. Zum einen haben sich die Aussichten auf eine Erholung in wichtigen Verbrauchsländern verbessert. Insbesondere China hat die Industrieproduktion wieder hochgefahren; Europa folgt derzeit.