Die Corona-Krise wirkt doppelt auf die Rohstoffmärkte. Der weltweite Rückgang der industriellen Produktion dämpft die Nachfrage nach Metallen. Während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/ 2009 führte das zu einem Absturz der Preise, der dieses Jahr bislang ausblieb. Im Unterschied zu damals ist heute aber auch die Angebotsseite betroffen. Beschränkungen in den Lieferketten verknappen das Angebot und treiben die Notierungen.

IMP-Index auf Achtjahreshoch

Unter dem Strich ist der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) im August erneut spürbar geklettert. Das monatlich vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erhobene Barometer stellt die Metallpreise in Euro dar und bildet damit die Perspektive der Weiterverarbeiter in Deutschland ab. Mit dem jüngsten Sprung um 3,7 % auf 402,3 Punkte summiert sich der Preisanstieg seit März auf fast 19 %. Zum ersten Mal seit April 2012 ist damit die Marke von 400 Punkten überschritten worden.

Euro-Aufwertung bremst

Ohne die starke Aufwertung des Euro hätten die Zuwächse auf den Weltmärkten noch stärker auf die in Euro abrechnenden Kunden durchgewirkt. Bei konstanten Wechselkursen läge der Index heute sogar bei 415 Punkten und wäre damit der sechstteuerste Monat seit Beginn der Indexrechnung 1999 gewesen.