Die Corona-Pandemie hat deutliche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen: Nachdem die Bundesagentur jahrelang gute Nachrichten veröffentlichte, gibt es nun wieder deutlich mehr Arbeitslose, deutlich mehr Insolvenzen und deutlich weniger Beschäftigung. Das wird sich nach und nach auch auf andere gesellschaftlich relevante Größen auswirken: Denn Arbeit ist für viele Deutsche längst viel mehr als nur ein Broterwerb. Tatsächlich beeinflusst Erwerbstätigkeit auch stark Zufriedenheit, Lebensqualität und sogar den Gesundheitszustand.

Arbeit ermöglicht Teilhabe und Anerkennung

Nie waren die Deutschen so zufrieden wie vor der Krise. Erwerbstätige Menschen sind dabei zufriedener als Arbeitslose. Und: Für die Zufriedenheit ist es deutlich wichtiger, dass Arbeit grundsätzlich vorhanden ist, weniger ausschlaggebend ist dagegen, welcher Art von Arbeit jemand nachgeht. Besonders Männer verknüpfen mit Arbeit auch immaterielle Faktoren, die letztendlich die Lebensqualität beeinflussen, beispielsweise Teilhabe, Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte sowie soziale Kontakte. Zudem sind Berufstätige auch gesünder als Arbeitslose, sie sind psychisch seltener beeinträchtigt und resilienter.

Arbeit ist zugleich aber auch essenziell, um Armut vorzubeugen. Die Armutsgefährdungsquote in Deutschland lag 2018 bei Arbeitslosen bei knapp 70 Prozent, bei Erwerbstätigen dagegen unter zehn Prozent. Die Zahl derjenigen, die trotz einer Vollzeitstelle staatliche Hilfe brauchten, ist seit 2012 um 80.000 auf 122.000 (Juni 2019) zurückgegangen. Gleichzeitig ist Arbeit der wichtigste Faktor, um ein Vermögen aufzubauen. Viele Erwerbsunterbrechungen oder Wechsel zwischen abhängiger und selbstständiger Arbeit wirken sich dagegen eher negativ auf die Vermögensbildung aus.