Die Corona-Pandemie hat sich seit Beginn im Frühjahr 2020 von einem symmetrischen zu einem asymmetrischen Schock für die deutsche Wirtschaft entwickelt. Während im ersten Lockdown ab Mitte März 2020 noch nahezu die gesamte deutsche Wirtschaft beeinträchtigt wurde, waren es ab Ende 2020 lediglich ausgewählte Wirtschaftsbereiche.

Dabei wirkte sich die Pandemie von Anfang an asymmetrisch auf den Handel aus. Der Online-Handel sowie stationäre Einzelhändler in geöffneten Bereichen konnten profitieren. Mit Einbußen konfrontiert waren jedoch diejenigen Händler, die ihre stationären Geschäfte schließen mussten. Insgesamt konnte trotz eines preisbereinigten Rückgangs der Konsumausgaben um fünf Prozent der Einzelhandel in Deutschland den Umsatz 2020 nominal um geschätzt 5,3 Prozent steigern. Diese 5,3 Prozent entsprechen im Einzelhandel – ohne den Handel mit Kraftfahrzeugen – einem zusätzlichen Umsatz von rund 32 Milliarden Euro.

Auf Basis der Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts kann der zusätzliche Umsatz im Online-Handel zumindest abgeschätzt werden. Es wird deutlich, dass von den rund 32 Milliarden Euro zusätzlichen nominalen Umsatz mindestens 17 Milliarden auf den E-Commerce entfallen. Dabei sind die fortgesetzten Auswirkungen auf den Handel im Lockdown des Jahres 2021 noch nicht einmal enthalten.

Rolle des E-Commerce in Deutschland

Bereits vor der Pandemie nutzten die Deutschen im EU-Vergleich die Möglichkeit, über das Internet einzukaufen, vergleichsweise häufig. Entsprechend hoch war die Bedeutung des Online-Handels für den Einzelhandel bereits vor der Pandemie. Nahezu kontinuierlich stieg der Anteil des Online-Handels am gesamten Umsatz im Einzelhandel von 1,3 Prozent im Jahr 2005 auf geschätzt 12,7 Prozent im Jahr 2019. Im Pandemie-Jahr 2020 nahm der Anteil nochmals deutlich auf geschätzte 14,7 Prozent zu. Somit stieg der Anteil des E-Commerce durch die Pandemie nochmals um circa zwei Prozentpunkte. Damit war der Zuwachs rund viermal so hoch wie im Jahr 2019.