Prinzipiell können Unternehmen Ressourcen weniger verbrauchen, mehrmalig gebrauchen und/oder ersetzen, um Ressourceneffizienz zu steigern. Der Fokus in den Unternehmen liegt nach wie vor darauf, über klassische Optimierungsmaßnahmen weniger Ressourcen zu verbrauchen. Bislang dominieren Maßnahmen zur Energieeinsparung und -effizienz sowie klassische Prozessoptimierungen und weniger Ansätze, die direkt am Produkt ansetzen, sei es über die Anpassung des Designs oder die Erweiterung des Angebots in Form von Produkt-Service-Systemen. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie. Wesentliche Basis bildete hierfür eine repräsentative Befragung von knapp 900 Unternehmen der Industrie und industrienahen Dienstleister im Rahmen des IW-Zukunftspanels (Neligan et al., 2021).

Die Ressourceneinsparpotentiale sind keineswegs erschöpft
Fast jedes zweite Unternehmen glaubt laut IW-Zukunftspanel, dass es bei optimaler Nutzung der technischen Möglichkeiten weitere Potentiale freisetzen könnte. In den Unternehmen ließe sich im Durchschnitt eine weitere Reduzierung des aktuellen Ressourceneinsatzes von 7 Prozent realisieren. Etwas höher liegt die Einsparmöglichkeit im Produzierenden Gewerbe mit 8 Prozent. Das absolute Ressourceneinsparpotential im Produzierenden Gewerbe liegt grob geschätzt bei mehr als 10 Milliarden Euro oder gut 1 Prozent der industriellen Bruttowertschöpfung.

Digitalisierung als wichtiger Hebel zur Ressourceneinsparung
Die Digitalisierung verändert Produktionsprozesse grundlegend: Prozess- und Produktionsdaten können ständig erhoben und vorgehalten werden und ermöglichen so eine in Echtzeit gelenkte Produktion. Digitalisierung macht Ressourceneffizienz messbar und Einsparpotentiale nutzbar. Viele Unternehmen sehen im Einsatz digitaler Technologien vor allem den Vorteil für Ressourceneffizienz, dass Einsparpotentiale erkannt und umgesetzt werden und zu Kostensenkungen führen. Auch die Kundennähe durch Vernetzung wird als vorteilhaft gesehen. Für die Industrie stehen auch die verbesserte Transparenz bei Herstellungsprozessen im Vordergrund. Für unternehmensnahe Dienstleister ist eine intelligente Datenerfassung/-verknüpfung für Echtzeit-Monitoring ein wesentlicher Vorteil.

Durch einen höheren Digitalisierungsgrad bei Effizienzmaßnahmen lässt sich in Unternehmen ein höheres Maß an Ressourceneffizienz erreichen. Der Anteil der erfolgreich materialeinsparenden Unternehmen steigt mit dem Digitalisierungsgrad bei Ressourceneffizienzmaßnahmen an und der Anteil der Unternehmen mit geringen Materialeinsparungen sinkt (Abbildung 1).