Die Mittelschicht ist stabil und hat sich seit 2005 nahezu nicht verringert. Im Jahr 2014 gehörten fast 48 Prozent der Bundesbürger zur Einkommensmitte im engen Sinn und jeweils weitere 16 Prozent zur oberen und unteren Mittelschicht. Sie umfasst damit ein breites Einkommensspektrum und verfügt über einen großen Teil der Nettovermögen. Dabei ist die Mittelschicht eben genau die Mitte der Gesellschaft.

„Vom Auseinanderdriften kann nicht die Rede sein.“

Zu ihr gehören häufig Familien mit zwei Kindern ebenso wie die Mehrheit der Senioren, Facharbeiter, Angestellten und Beamten. Den oft befürchteten Abstieg in die Armut gibt es in der Realität nur selten. Auch von einem Auseinanderdriften der Gesellschaft kann nicht die Rede sein.

Diese Entwicklung ist angesichts der makroökonomischen Schocks der vergangenen Jahre erstaunlich. Der Fall des Eisernen Vorhangs, die danach einsetzende Globalisierung und die Weltfinanzkrise 2009 – all das hat die deutsche Mittelschicht gut weggesteckt. Die Beschäftigung und das Arbeitsvolumen steigen fortlaufend, und zwar mit einem hohen Anteil Sozialversicherungspflichtiger.

Das sind gute Nachrichten, die bei den Bürgern ankommen sollten. Die Politik sollte diese positiven Entwicklungen wieder in den Fokus nehmen und nicht für einen kurzfristigen politischen Erfolg die Verunsicherung noch steigern.