Er empfahl den Tarifparteien als Orientierungsmarke lediglich das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent plus den mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs – also einen Lohnerhöhungsspielraum von rund drei Prozent. Das ist die übliche Formel, um eine prozyklische Lohnpolitik zu verhindern.

Die gilt auch bei den derzeit niedrigeren Inflationsraten. In Deutschland besteht dennoch keine Deflationsgefahr, die Inflationsrate lag seit 2013 bei durchschnittlich 1,3 Prozent und im aktuellen Jahr bisher bei 0,9 Prozent. Die langfristigen Inflationserwartungen liegen aber weiterhin stabil bei der Zielinflation der Europäischen Zentralbank. Adhoc-Empfehlungen sind deshalb nicht gerechtfertigt.

Zudem können zu hohe Lohnforderungen auch die Unterbeschäftigung in unserem Land zementieren. Aktuell gibt es immer noch 2,8 Millionen Arbeitslose, darunter 800.000 Empfänger von Arbeitslosengeld I, denen starke Lohnerhöhungen den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt massiv erschweren würden. Deshalb gibt es weiter gute Gründe für eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik, nämlich zusätzliche Arbeitsplätze.

Zum Gastbeitrag in der Deutschen Handwerks Zeitung