Jetzt die Löhne erhöhen? Image
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Er empfahl den Tarifparteien als Orientierungsmarke lediglich das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent plus den mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs – also einen Lohnerhöhungsspielraum von rund drei Prozent. Das ist die übliche Formel, um eine prozyklische Lohnpolitik zu verhindern.

Die gilt auch bei den derzeit niedrigeren Inflationsraten. In Deutschland besteht dennoch keine Deflationsgefahr, die Inflationsrate lag seit 2013 bei durchschnittlich 1,3 Prozent und im aktuellen Jahr bisher bei 0,9 Prozent. Die langfristigen Inflationserwartungen liegen aber weiterhin stabil bei der Zielinflation der Europäischen Zentralbank. Adhoc-Empfehlungen sind deshalb nicht gerechtfertigt.

Zudem können zu hohe Lohnforderungen auch die Unterbeschäftigung in unserem Land zementieren. Aktuell gibt es immer noch 2,8 Millionen Arbeitslose, darunter 800.000 Empfänger von Arbeitslosengeld I, denen starke Lohnerhöhungen den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt massiv erschweren würden. Deshalb gibt es weiter gute Gründe für eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik, nämlich zusätzliche Arbeitsplätze.

Zum Gastbeitrag in der Deutschen Handwerks Zeitung

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Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Adam Giza Tarifbindung: Jeder Zweite bekommt TarifentgeltArrow

Zur Schätzung des Anteils tarifgebundener Arbeitnehmer in Deutschland wurde bisher auf das IAB-Betriebspanel und die Verdienststrukturerhebung zurückgegriffen. Mit dem Sozio-oekonomischen Panel steht nun eine dritte Datenbasis zur Verfügung. Danach wurde 2015 knapp jeder zweite Arbeitnehmer nach einem Tarifvertrag bezahlt. mehr

2. Juni 2017

Hagen Lesch Mindestlohn bringt Tarifbindung in GefahrArrow

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sind in vielen Branchen die Tariflöhne verdrängt und die Lohnabstände zwischen gelernten und ungelernten Tätigkeiten verringert worden. Das könnte die Tarifbindung schwächen. mehr auf iwd.de

Besser ohne staatlichen Tarifzwang
Gastbeitrag, 29. Mai 2017

Hagen Lesch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Besser ohne staatlichen TarifzwangArrow

Die sinkende Tarifbindung in Deutschland hat zu einer breiten politischen Debatte geführt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Politik zum Handeln auf. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Hagen Lesch. mehr