Jetzt die Löhne erhöhen? Image
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Er empfahl den Tarifparteien als Orientierungsmarke lediglich das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent plus den mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs – also einen Lohnerhöhungsspielraum von rund drei Prozent. Das ist die übliche Formel, um eine prozyklische Lohnpolitik zu verhindern.

Die gilt auch bei den derzeit niedrigeren Inflationsraten. In Deutschland besteht dennoch keine Deflationsgefahr, die Inflationsrate lag seit 2013 bei durchschnittlich 1,3 Prozent und im aktuellen Jahr bisher bei 0,9 Prozent. Die langfristigen Inflationserwartungen liegen aber weiterhin stabil bei der Zielinflation der Europäischen Zentralbank. Adhoc-Empfehlungen sind deshalb nicht gerechtfertigt.

Zudem können zu hohe Lohnforderungen auch die Unterbeschäftigung in unserem Land zementieren. Aktuell gibt es immer noch 2,8 Millionen Arbeitslose, darunter 800.000 Empfänger von Arbeitslosengeld I, denen starke Lohnerhöhungen den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt massiv erschweren würden. Deshalb gibt es weiter gute Gründe für eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik, nämlich zusätzliche Arbeitsplätze.

Zum Gastbeitrag in der Deutschen Handwerks Zeitung

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Mit ihren niedrigen Zinsen hat die EZB vielen Unternehmen geholfen, die Krise zu überwinden - aber nicht allen. Würden die Zinsen steigen, hätten vor allem Firmen aus Italien, Griechenland und Frankreich ein Problem, schreiben die IW-Ökonomen Daniel Bendel und Markus Demary in einem Gastbeitrag auf Focus Online. mehr

IW-Kurzbericht, 27. September 2017

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In einer globalisierten Wirtschaft bedrohen Streiks die Lieferpünktlichkeit und damit auch Kundenbeziehungen. Je weniger Arbeitstage durch Arbeitskämpfe verloren gehen, desto besser ist das für die Planungssicherheit der Unternehmen. Der Soziale Friede ist deshalb ein wichtiger Standortfaktor. Ein internationaler Arbeitskampfvergleich unter 22 OECD-Ländern für den Zeitraum 2007 bis 2016 zeigt, dass es um die Qualität der Arbeitsbeziehungen recht unterschiedlich bestellt ist. mehr