Mit einem Sparbrief wird kaum noch der Schutz vor Inflation erwirtschaftet. Den realen Wert des Geldvermögens zu sichern, ist derzeit also auf diesem Wege nicht so einfach möglich.

Am Donnerstag tagt der EZB-Rat, die Kapitalmärkte erwarten eine weitere Zinssenkung. Das wäre für die Sparer keine gute Nachricht.

Und es würde auch den Südländern der Eurozone nicht helfen. Dort liegt das Problem bei den Banken, deren Unrat in den Bilanzen neue Kredite an Mittelständler verhindert.

Die Zinssenkung erschwert der Europäischen Zentralbank die Rückkehr zu einer neutralen Politik, zu der ein Zins von eher 3 Prozent als von null passt.

Sie plündert die Ersparnisse aus, sie bedroht die Lebensversicherung.

Und: Sie schürt die Gefahr einer neuen Blase an der Börse. Die Hoffnung der Börsianer, eine Zinssenkung könnte den Dax über die Hürde von 10000 Punkten hieven, steht deshalb auf dünnem Eis.

Nichts wäre gewonnen, wenn ein baldiger Kursrutsch dafür den Boden entzieht.

Dennoch gilt: Die niedrigen Inflationsraten weit unter dem Inflationsziel der EZB machen Sorge.

Das Abdriften in eine Deflation – also anhaltend sinkendes Preisniveau – wäre fatal. Das zeigt der Fall Japan seit über 20 Jahren. Deshalb hat EZB-Chef Draghi recht: Eine Notenbank muss auch das Deflationsrisiko ernst nehmen.

Aber: Die erwartete Zinssenkung bringt in diesem Fall nichts. Ungewohnte Instrumente, wie der Kauf von Anleihen oder verfügte negative Zinsen auch nicht.

Manchmal muss man Geduld haben: So sind angesichts guter Konjunktur und ausgelasteter Maschinen wieder höhere Inflationsraten zu erwarten.

Jedenfalls gibt es keinen Grund für Aktionismus.

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