Ohne Erbschaftsteuer gibt es mehr Jobs Image
Quelle: fotolia – Volker Witt

Morgen steht ein wichtiges Urteil des Bundesverfassungsgerichts an: Die Richter müssen urteilen, ob die Erbschaftsteuer zu Recht große Vermögen in Unternehmen verschont.

Im Kern geht es um die Frage: Ist es richtig, dass ein Firmenchef seine Firma und die Arbeitsplätze vererben kann? Oder darf der Staat über eine hohe Besteuerung im Todesfall Betriebe und Jobs gefährden?

Derzeit gilt: Wer eine Firma erbt und mindestens zehn Jahre weiterführt, muss quasi keine Erbschaftsteuer zahlen. Das ist aus ökonomischer Sicht gut. Es stellt aber eine Ungleichbehandlung dar gegenüber denjenigen, die z. B. eine Immobilie erben und darauf volle Erbschaftsteuer zahlen müssen.

Sollten die Richter die Sonderregelung für Betriebsvermögen einschränken, ist Vorsicht geboten!

Viele Politiker irren, wenn sie glauben, Firmenvermögen ließe sich einfach besteuern. Schließlich liegt es in der Regel nicht auf Bankkonten, sondern steckt in Werkshallen, Maschinen, Forschungslabors.

Auch der Versuch, mit höherer Erbschaftsteuer Staatshauhalte zu sanieren, wird fehlschlagen. Denn die Steuereinnahmen z.B. aus der Lohnsteuer, werden an anderer Stelle fehlen.

Stattdessen ist die komplette Abschaffung der Steuer geboten. Das entspricht der Generationengerechtigkeit, weil Jobs an die nachfolgende Generation weitergegeben werden. Und weil das vererbte Vermögen schon mal versteuert wurde: zum Beispiel mit der Einkommens- und Mehrwertsteuer.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Ansprechpartner

Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr