Der Euro lebt auch ohne Griechenland! Image
Quelle: leroy131 - Fotolia

Was wollen die Griechen eigentlich?

Vor fast fünf Jahren standen sie da wie das Kind beim Dreck. Man hatte Kredite aufgetürmt, die nach der Wirtschaftskrise nicht mehr tragfähig waren. Zu schwach war die griechische Volkswirtschaft, von Wettbewerbsfähigkeit keine Rede.

Das Land stand damals vor der Pleite. Es drohten Domino-Effekte auf die anderen Staaten im Süden der Euro-Zone. Das Risiko wollte zu Recht keiner eingehen. Griechenland wurde von anderen Euro-Staaten mit Milliarden gerettet.

Trotzdem jammert die Linke in Griechenland über die Zinslasten und die notwendigen Reformen. Dabei zahlt Griechenland seit der Umschuldung im März 2012 und den Beschlüssen der Eurogruppe vom November 2012 auf seine Kredite einen Durchschnittszins von 2,4 Prozent, der noch unter dem auf die deutsche Staatsschuld liegt (2,7 Prozent).

Die hochfliegenden Pläne der Linken, den Staatsapparat wieder aufzublähen, würden das Land außerdem in alte Zeiten zurückwerfen. Und wären nur über neue Schulden, rund 30 Milliarden Euro, zu finanzieren.

Sollte sich die Linke durchsetzen, wäre ein weiterer Schuldenschnitt die Folge – mit verheerenden Folgen. Griechenland wäre auf lange Zeit vom Kapitalmarkt abgeschnitten. Welcher einigermaßen vernünftige Investor würde dort noch investieren?

Die Euro-Zone kann heute gut ohne Griechenland klarkommen. Griechenland aber nicht ohne Europa.

Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung
Michael Hüther Quelle: Petra Dufkova / BILD-Zeitung

Zum Gastbeitrag auf bild.de

Ansprechpartner

Gutachten
Gutachten, 18. Mai 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Ein Tilgungsplan für Deutschlands Staatsschulden zur Begrenzung der ZinslastArrow

Der Tilgungsplan kann dafür sorgen, drohende Haushaltsbelastungen einer Zinswende zu kompensieren. Bei einem moderaten Anstieg des auf die Staatsschulden fälligen Durchschnittszinses um 1 Prozentpunkt über zehn Jahre müsste der Staat anfangs 22,5 Milliarden Euro pro Jahr tilgen, um die Zinsausgabenquote, also das Verhältnis von Zinsausgaben zur Wirtschaftskraft, konstant zu halten. mehr

Der Handel ist nur ein Aspekt
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Michael Hüther im Creditreform Magazin Der Handel ist nur ein AspektArrow

Sollte die EU in den Brexit-Verhandlungen eine eher harte Linie verfolgen oder dem austretenden Mitglied weiterhin komfortable Bedingungen einräumen, etwa den Zugang zum Binnenmarkt ohne Freizügigkeit? Manche Ökonomen plädieren für Letzteres, da gerade Deutschland vom Handel mit den Briten profitiert. Doch beim Brexit geht es um viel mehr als einen großen Exportmarkt. mehr

Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kann
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kannArrow

Emmanuel Macron hat die Chance, mit Reformen für Wachstum in Frankreich zu sorgen und der EU neuen Schwung zu verleihen. Ein Gastbeitrag der IW-Ökonomen Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt. mehr