Steuern senken: Ja oder nein? Image
Sollen wir die Steuern senken: ja oder nein? Foto: MarianVejcik/iStock

Der Bund sitzt im Moment auf einem Überschuss von ungefähr 15 Milliarden Euro. Sollen wir die Steuern senken: ja oder nein? IW-Direktor Michael Hüther sagt: Ja!

Der Steuergesetzgeber hat klar gesagt was er will: Nach der Leistungsfähigkeit besteuern und da passt es nicht, dass die unteren Einkommen die höchsten Progressionsraten haben. Von allen hinzuverdienten Euro muss man dort mehr weggeben, als oben. Das ist nicht gerecht. Das ist nicht fair. Das Geld ist dazu da, es zu organisieren. Wenn der Bürger das als fair empfindet, dann wird er darauf auch gut reagieren. Er wird nämlich vom Staat besser behandelt als vorher. Er wird dieses Geld klug verwenden. Er hat mehr Spielräume. Das in einer Zeit, in der insgesamt die Konjunktur gut läuft, ist glaube ich ein wichtiges Signal. Wann soll man es machen, wenn nicht jetzt? Die Finanzentwicklung der öffentlichen Haushalte gibt es her und zwar auch nachhaltig. Und deswegen ist es richtig, dass der Staat sich hier nicht dauerhaft unfair beteiligt an den Erträgen der Leistungen der Menschen, sondern mit Steuersenkungen selbst einen Beitrag leistet und damit auch wieder zurück kommt zu dem, was er versprochen hat. Leistungsfähigkeit als Betrieb der Besteuerung heißt gerecht und transparent zu sein.

Zum Contra-Beitrag von Gustav Horn, Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, auf swr3.de

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Gutachten
Gutachten, 17. Juli 2017

Tobias Hentze Szenarien für ein Ende des SolidaritätszuschlagsArrow

Der im Jahr 1991 erstmals eingeführte Solidaritätszuschlag sollte kurzfristige Mehrausgaben für den Golfkrieg und den Aufbau Ost finanzieren. Mehr als 26 Jahre später besteht der Solidaritätszuschlag allerdings immer noch. Mit Ablauf des Jahres 2019 entfällt für die Politik jedoch das letzte Argument, sich an die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag zu klammern. mehr

14. Juli 2017

Tobias Hentze Steuerloch mit AnsageArrow

Wenn ab Mitte der 2020er Jahre die Babyboomer in den Ruhestand gehen, schlägt sich das auch in sinkenden Einnahmen aus der Einkommenssteuer nieder. Weil gleichzeitig die staatlichen Ausgaben steigen, muss die Politik zügig handeln. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 10. Juli 2017

Tobias Hentze auf n-tv.de Schwarze Null – sonst nichtsArrow

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann mit der ablaufenden Legislaturperiode zufrieden sein, die schwarze Null ist zweifelsfrei ein Erfolg - auch wenn ihm dabei das Glück zur Seite stand. Davon abgesehen war die Finanz- und Steuerpolitik der Großen Koalition ziemlich uninspiriert. Ein Gastkommentar von Tobias Hentze, Senior Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr