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Thomas Piketty Quelle: Sue Gardner – Wikimedia

Thomas Piketty bewirbt eine andere Wirtschaftswissenschaft – eine, die sich der historischen Zeit wieder umfassend öffnet. Er trifft damit jene Kritik, die jüngst ein Studierenden-Bündnis aus 19 Ländern für eine „Plurale Ökonomik“ formuliert hat. Die Forschung, früh im Studium Wirtschafts- und Theoriegeschichte zu thematisieren, ist völlig berechtigt.

Aber: Piketty entfaltet für die letzten 200 Jahre verteilungspolitische Befunde mit begrenztem Informationsgehalt. Die von ihm bemühte Lohnquote ist kein geeigneter Indikator. Diese hatte hierzulande ihren Höchstwert in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, also bei Massenarbeitslosigkeit. Sie liefert keine Aussage über die eigentlich relevante personelle Einkommensverteilung und über die Einkommensentwicklung der Arbeitnehmerhaushalte, da sie Einkünfte aus Ersparnis und Vermietung ausblendet. So ist sein Rat einer progressiven Steuer auf Kapital ein Irrlicht, zumal er die Wirkungen auf Unternehmertum und Risikobereitschaft ignoriert.

Zu einem Artikel über Thomas Piketty auf faz.net

Ansprechpartner

Gerechtigkeitspolitische Handlungsfelder in Deutschland: relevante Probleme angemessen angehen
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Gutachten, 19. Mai 2017

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Pauschale Urteile über vermeintliche Fehlentwicklungen der Vermögensverteilung führen zu politischen Fehlentscheidungen, die am eigentlich Beabsichtigten vorbeizielen. Die im Auftrag der vbw durchgeführte Studie hinterfragt Vorurteile zur Vermögensverteilung und zeichnet dazu ein differenzierteres Bild. mehr

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Eine gute Nachricht: Die Grundidee des deutschen Steuersystems funktioniert – wer viel verdient, zahlt auch entsprechend mehr Steuern. Eine schlechte Nachricht: Den sogenannten Spitzensteuersatz zahlen auch Menschen, die zwar gut verdienen, aber alles andere als Spitzenverdiener sind. Ein kinderloser Single zum Beispiel muss bereits ab einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 65.000 Euro den Einkommenssteuerhöchstsatz von 42 Prozent berappen. mehr auf iwd.de