Image
Thomas Piketty Quelle: Sue Gardner – Wikimedia

Thomas Piketty bewirbt eine andere Wirtschaftswissenschaft – eine, die sich der historischen Zeit wieder umfassend öffnet. Er trifft damit jene Kritik, die jüngst ein Studierenden-Bündnis aus 19 Ländern für eine „Plurale Ökonomik“ formuliert hat. Die Forschung, früh im Studium Wirtschafts- und Theoriegeschichte zu thematisieren, ist völlig berechtigt.

Aber: Piketty entfaltet für die letzten 200 Jahre verteilungspolitische Befunde mit begrenztem Informationsgehalt. Die von ihm bemühte Lohnquote ist kein geeigneter Indikator. Diese hatte hierzulande ihren Höchstwert in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, also bei Massenarbeitslosigkeit. Sie liefert keine Aussage über die eigentlich relevante personelle Einkommensverteilung und über die Einkommensentwicklung der Arbeitnehmerhaushalte, da sie Einkünfte aus Ersparnis und Vermietung ausblendet. So ist sein Rat einer progressiven Steuer auf Kapital ein Irrlicht, zumal er die Wirkungen auf Unternehmertum und Risikobereitschaft ignoriert.

Zu einem Artikel über Thomas Piketty auf faz.net

Ansprechpartner

IW-Trends, 12. April 2017

Michael Grömling Entwicklung der makroökonomischen Einkommensverteilung in DeutschlandArrow

Zunehmende Ungleichheit wird für Wachstumsprobleme und eine politische Polarisierung in einer Reihe von fortgeschrittenen Volkswirtschaften verantwortlich gemacht. In einer Studie hat das IW Köln nun die funktionelle Einkommensverteilung in Deutschland untersucht. Damit soll die Frage, ob sich im makroökonomischen Produktionsprozess die Einkommensentstehung weg von den Arbeitseinkommen entwickelt hat, empirisch beantwortet werden. mehr

Lohnquote weitgehend stabil
IW-Pressemitteilung, 12. April 2017

Arbeits- und Kapitaleinkommen Lohnquote weitgehend stabilArrow

In der Debatte um ein Auseinanderdriften von Arm und Reich ist in letzter Zeit auch immer wieder eine These aufgekommen: Arbeitseinkommen würden im Vergleich zu Kapitaleinkommen zunehmend an Bedeutung verlieren. Eine Studie des IW Köln kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Anteil am Gesamteinkommen, den Arbeitnehmer erwirtschaften, ist in Deutschland weitgehend stabil. mehr

10. April 2017

Lohnquote Die Lohnquote ist stabiler als vermutetArrow

Der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen ist in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben. Die Lohnquote liefert also keinen Beleg für eine umfassende Umverteilung von Arbeits- zu Kapitaleinkommen. Ohnehin bildet die Quote die Realität nur unvollständig ab. mehr auf iwd.de