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Thomas Piketty Quelle: Sue Gardner – Wikimedia

Thomas Piketty bewirbt eine andere Wirtschaftswissenschaft – eine, die sich der historischen Zeit wieder umfassend öffnet. Er trifft damit jene Kritik, die jüngst ein Studierenden-Bündnis aus 19 Ländern für eine „Plurale Ökonomik“ formuliert hat. Die Forschung, früh im Studium Wirtschafts- und Theoriegeschichte zu thematisieren, ist völlig berechtigt.

Aber: Piketty entfaltet für die letzten 200 Jahre verteilungspolitische Befunde mit begrenztem Informationsgehalt. Die von ihm bemühte Lohnquote ist kein geeigneter Indikator. Diese hatte hierzulande ihren Höchstwert in der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, also bei Massenarbeitslosigkeit. Sie liefert keine Aussage über die eigentlich relevante personelle Einkommensverteilung und über die Einkommensentwicklung der Arbeitnehmerhaushalte, da sie Einkünfte aus Ersparnis und Vermietung ausblendet. So ist sein Rat einer progressiven Steuer auf Kapital ein Irrlicht, zumal er die Wirkungen auf Unternehmertum und Risikobereitschaft ignoriert.

Zu einem Artikel über Thomas Piketty auf faz.net

Ansprechpartner

27. Oktober 2017

Kommentar von Judith Niehues „Etablierte Meinungen werden kaum hinterfragt“Arrow

„Die unteren Einkommensgruppen profitieren kaum von der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland“ – dieser viel zitierte Befund mag der Mehrheitsmeinung entsprechen und sie mehr und mehr stärken. Doch Plausibilitätschecks hält das alarmierende Szenario kaum stand, mahnt Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW Köln. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Einkommensentwicklung, Ungleichheit und ArmutArrow

Die Ungleichheits- und Armutsdebatte nimmt in der aktuellen medialen Berichterstattung viel Raum ein. Die Datensätze und Plausibilitätstests der Studien, über die berichtet wird, sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. mehr

Realeinkommen
Pressemitteilung, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Realeinkommen: Auch die unteren Einkommen legen zuArrow

Es ist ein gefundenes Fressen für Schwarzmaler: Die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Deutschen seien seit der Wiedervereinigung real kaum gestiegen. Doch eine neue Studie des IW Köln zeigt, dass dieser Befund wenig robust ist. mehr