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Seit dem Nachwende-Höhepunkt mit mehr als 570.000 Gründungen im Jahre 2004, der allerdings auch durch die Einführung der „Ich AG“ zur Bekämpfung der damals hohen Arbeitslosigkeit bedingt war, ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland erheblich zurückgegangen. 2013 wurden nur noch 338.000 Betriebe geründet, 2014 waren es im ersten Halbjahr mit 164.000 genauso viele – oder wenige – wie im Vorjahr. Doch nicht nur der unternehmerische Nachwuchs wird rar, auch die Übergabe eines Unternehmens an einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gestaltet sich zunehmend schwieriger. So kann es nicht verwundern, dass das Durchschnittsalter der Unternehmer in Deutschland schnell ansteigt.

In welchem Ausmaß sich dieser Alterungsprozess bereits vollzogen hat, haben nun die Ökonomen der Förderbank KfW analysiert: Während 2002 erst 12 Prozent der Unternehmer älter als 60 Jahre waren, gehörten 2013 bereits 22 Prozent zur Gruppe der Seniorchefs. Unter den angestellten Beschäftigten ist der Anteil der über 60-jährigen im gleichen Zeitraum zwar auch spürbar angestiegen, er lag 2013 aber trotzdem erst bei vergleichsweise bescheidenen 7 Prozent aller Arbeitnehmer.

Beide Gruppen der Erwerbstätigen sind damit allerdings schneller auf dem Weg zu längeren Lebensarbeitszeiten als der viel beschworene demografische Wandel in Deutschland selbst verläuft: Der Bevölkerungsanteil der Generation 60 plus wuchs in dem betrachteten Jahrzehnt gerade einmal von 28 auf 29 Prozent, da dünn besetzte Nachkriegsjahrgänge die 60 überschritten haben, während die Welle der Babyboomer aktuell noch in den Fünfzigern ist. Bislang findet die Alterung in Deutschland nämlich noch stark innerhalb der aktiven und jüngeren Jahrgänge statt, dass „dicke Ende“ für die Rentenversicherung und den Ersatzbedarf der Unternehmen kommt erst noch. Dies allerdings unaufhaltsam: Das Durchschnittsalter der Bevölkerung hat sich seit 2002 schon um circa 3 Jahre auf 44,5 Jahre nach oben verschoben.

Damit ist ein weiterer Anstieg des Anteils der Seniorunternehmer vorprogrammiert. Das stark steigende Alter der Unternehmer in Deutschland dürfte sich dann auch auf die Entscheidungsstrukturen und das Wachstum auswirken. Zwar haben die Seniorchefs viel Erfahrung, neu gegründete Firmen mit zumeist jungen Chefs scheitern besonders häufig. Gleichzeitig stehen die Älteren aber Innovationen oft weniger aufgeschlossen gegenüber als Jungunternehmer, eine Überalterung der Unternehmerlandschaft könnte daher das Wachstum im Lande beeinträchtigen. Zudem vergeben Banken nur ungern Kredite an Firmeninhaber jenseits der 65, zumal wenn es keine klare Nachfolgeregelung im Falle einer schweren Erkrankung oder des Ablebens des Unternehmers gibt. Wachstumssprünge sind mit immer mehr Älteren unter den Chefs also eher nicht zu erwarten.

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IW-Trends, 9. November 2017

Markus Demary / Klaus-Heiner Röhl Was sind die Gründe für die rückläufigen Börsengänge?Arrow

Die Anzahl an börsennotierten Unternehmen in Deutschland und weiteren Industrieländern wie dem Vereinigten Königreich und den USA nimmt seit mehreren Jahren ab. Es gibt deutlich mehr Börsenabgänge als Börsengänge. mehr

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Pressemitteilung, 9. November 2017

Markus Demary / Klaus-Heiner Röhl Zugang zur Börse erleichternArrow

Die Zahl der börsennotierten Unternehmen in Deutschland ist seit 1991 um fast 38 Prozent gesunken. Die Ursachen analysiert eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Die Politik könnte diesen Trend umkehren – auch durch Anreize für Investoren, sich wieder stärker in Aktien zu engagieren. mehr

IW policy paper, 3. November 2017

Wido Geis Labour market potentials of the freedom of movement for workersArrow

The freedom of movement for workers is one of the core principles of the European Union and most Europeans have positive attitude towards it. 75 percent regard it as a good and only 9 percent as a bad thing. Nevertheless, the number of persons moving from one EU member country to another is still small. mehr