„Hätte, hätte, Fahrradkette“, denn die Regierung hat anders als vorgeschrieben den Beitrag zur Rentenkasse am 1. Januar 2014 (!) nicht gesenkt.

Auch dem Arbeitgeber entging dadurch eine Einsparung um den gleichen Betrag, der seinen Spielraum z.B. für Lohnerhöhungen um 140 Euro vergrößert hätte.„Hätte, hätte, …“ Denn damals hieß es: Selbst 280 Euro sind für den Einzelnen wenig, für den Staat aber sind 7,5 Mrd. Euro – um diese Summe ging es insgesamt – viel. Außerdem habe man noch viel bessere Ideen, und die würden eben kosten.

In der Tat, Mütterrente und Rente mit 63 waren teuer. Für den lieben Koalitionsfrieden addierten Union und SPD einfach die jeweiligen Maximalforderungen für ihre Wählergruppen.

Wenn es doch wirklich gute Gründe dafür gegeben hätte. Doch Mütterrente und Rente mit 63 sind nicht gerecht, sie begünstigen die Gesunden und die Gutverdiener, sie leisten keinen Beitrag, um die Altersarmut zielgenau zu verringern.

Und dennoch weitet die heutige Regierung die Mütterrente sogar noch aus, anstatt die Renten-Reserve von 34 Mrd. Euro – mehr als die erlaubten 1,5 Monatsausgaben – für Entlastungen bei den Beiträgen zu nutzen. Die drohende Mehrbelastung bei der Pflege wäre damit zu kompensieren.

Mehr Freiheit für den Einzelnen wäre wichtig, verlässliche Beitragssenkungen wären dafür ein Weg. Außerdem ist die Absicherung der Pflege noch nicht gelöst. Die wird viel Geld brauchen. Die Chance, den Beschäftigten dafür bis zu 280 Euro an finanziellem Spielraum zu schaffen, wurde leichtfertig verspielt.

Zum Gastbeitrag auf bild.de.

Der Beitrag ist Teil einer Artikel-Serie mit dem Titel „Kohle her, Kanzlerin!”, die in unregelmäßigen Abständen in der Online-Ausgabe der Bild-Zeitung erscheint.