In der IW-Konjunkturampel ist dieser Auftrieb aber nicht als eine Verbesserung sichtbar, da hier die Entwicklung in den letzten drei Monaten mit den vorhergehenden drei Monaten verglichen wird. Damit sollen Ausreißer geglättet und der Blick soll eher auf die mittelfristige Tendenz ausgerichtet werden. Auf die kommt es letztlich auch an. So reicht etwa der jüngste Auftrieb beim Auftragseingang bei Weitem nicht aus, um die vorhergehende Talfahrt auszugleichen.

Beim deutschen Außenhandel war im Mai ebenfalls eine Zunahme zu verzeichnen. Zum Teil wurde dies dahingehend kommentiert, dass offensichtlich das handelsunfreundliche politische Umfeld der deutschen Exportwirtschaft nicht schadet. „Made in Germany“ trotzt offenbar allem Protektionismus. Dem ist nicht so! Zum einen legt das mittelfristige Bild allenfalls eine Stabilisierung nahe. Die IW-Konjunkturampel steht beim deutschen Exportgeschäft auf Gelb. Zum anderen laufen die hinter dem Gesamtbild stehenden Entwicklungen auseinander. Richtig ist, dass der deutsche Handel mit den europäischen Partnern bislang ganz gut läuft.

Die Exporte in den Euroraum konnten in den letzten Monaten zulegen und der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum schaut gut aus. Auch mit dem asiatischen Raum wurden merkliche Exportzuwächse verbucht – vor allem die Ausfuhren nach China stiegen bislang kräftig an. Dieser guten Entwicklung stehen aber auch deutliche Warnzeichen gegenüber. So lagen die Exporte in das Vereinigte Königreich deutlich unter dem Vorjahreswert. Noch ist der Brexit nicht vollzogen – doch der Austausch zwischen Deutschen und Briten lahmt bereits.