Die wirtschaftliche Zuversicht in Deutschland lässt nach. Noch läuft die Konjunktur, die Produktionskapazitäten sind sehr gut ausgelastet, der Arbeitsmarkt stabil, die Konsumenten sind in Kauflaune. Aber die IWKonjunkturampel weist auf eine zunehmende Vorsicht, auf eine nachlassende Dynamik hin.

Vor allem die deutsche Industrie verspürt immer weniger konjunkturellen Rückenwind. Die Auftragseingänge sind seit vier Monaten rückläufig, die Industrieproduktion tritt mehr oder weniger nur noch auf der Stelle.

Der Einkaufsmanagerindex liegt zwar noch im Expansionsbereich, aber die Werte gehen Monat für Monat zurück. Auch das für die deutsche Wirtschaft wichtige Exportgeschäft hat spürbar nachgelassen. Der im ersten Quartal 2018 noch klar zu erkennende Optimismus der Unternehmen scheint zu schwinden.

Während die geopolitischen Verunsicherungen im vergangenen Jahr die deutsche Wirtschaft nicht beeinträchtigt haben, so scheinen sie jetzt allmählich zu wirken. Die politischen Gegenwinde nehmen infolge der weltpolitischen Verspannungen weiter zu. Die Zollpolitik der Vereinigten Staaten gegenüber ihren Nachbarn und der EU sowie das G-7-Treffen Anfang Juni haben unmissverständlich das schwieriger werdende wirtschaftliche Miteinander zum Ausdruck gebracht. Auch China wird die neue protektionistische Gangart der USA spüren – und selbst reagieren.