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Mit dem Equal Pay Day wird regelmäßig auf den Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. Wie das Statistische Bundesamt aktuell berichtet, klaffen die Bruttostundenverdienste der Geschlechter im Jahr 2011 um rund 23 Prozent auseinander. Damit werden alle Ursachen der Entgeltdifferenz zu einer einzigen Zahl verdichtet – und es entsteht ein unvollständiges Bild. Nur ein Blick in die Details hilft, die Ursachen zu erkennen.

Tatsächlich bezieht sich die Entgeltlücke von 23 Prozent auf einen Vergleich der durchschnittlichen Verdienste von beschäftigten Frauen und Männern, ohne dass dabei die Berufserfahrung, das Alter, die Branche und die Tätigkeit berücksichtigt würden.

Dabei erweisen sich diese Kriterien allerdings als wichtige messbare Einflussgrößen, wie sich anhand der Entlohnung nach Alter zeigen lässt: So bestehen zu Beginn des Erwerbslebenskaum Unterschiede. Gerade jüngere Frauen verlassen meist besser ausgebildet als Männer die Schulen und Hochschulen.

Im Rahmen der Studien- beziehungsweise Berufswahl setzen die Geschlechter jedoch unterschiedliche Schwerpunkte: Frauenwählen beispielsweise seltener technische Berufe und sind häufiger imDienstleistungssektor vertreten. Festzustellen ist auch, dass Frauen noch wesentlich häufiger und länger als Männer aus familiären Gründen ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen.

Und dies geschieht meist in einem Alter, in dem bereits erste Karriereschritte stattfinden. Entsprechend stark nimmt die Entgeltlücke in einem Alter zwischen rund 25 und 40 Jahren zu. Die Rückkehr in den Beruf findet dann oft in Teilzeit statt und nicht selten wird der Wiedereinstieg durch die noch fehlenden Betreuungsplätze für Kleinkinder erschwert.

Fließen all diese und weitere beobachtbare Faktoren in statistische Berechnungen ein, schrumpft die Entgeltlücke deutlich. Damit wird jedoch nicht etwa die Entgeltlücke „kleingerechnet“, sondern letztlich nur ein Vergleich von Frauen und Männern hergestellt, die sich in vielen entlohnungsrelevanten Kriterien gleichen.

Insofern zeigen diese Kriterien aber auch Ansatzpunkte auf: Schon ein größeres Angebot an Kinderbetreuungsplätzen für Kleinkinder, die auch eine Ganztagsbetreuung ermöglichen, und eine breitere Berufswahl könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um die Entgeltlücke weiter zu reduzieren.

Auch Unternehmen kann der Entgeltabstand nicht gleichgültig sein. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die Bildungspotenziale von Frauen können sie es sich heutzutage kaum leisten, die Ressource der hochqualifizierten Frauen zu ignorieren.

Neben Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zunehmend auch das Thema Entgeltgleichheit als Chance wahrgenommen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Ein Beispiel dafür liefert das Interesse am Projekt Logib-D (Lohngleichheit im Betrieb – Deutschland), mit dem das Bundesfamilienministerium bei Unternehmen für mehr Entgeltgleichheit wirbt.

Ansprechpartner

8. März 2017

Frauenquote Dieser Weg wird steinig und schwerArrow

Seit Januar 2016 müssen in Deutschland börsennotierte Unternehmen freie Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen, bis ihr Anteil in diesem Gremium 30 Prozent ausmacht. Darüber hinaus gilt für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen – mit dem Ziel der Geschlechterparität. In den vergangenen beiden Jahren haben es zwar mehr Frauen in Aufsichtsräte, Vorstände und Leitungsstellen geschafft, aber bis hier ein Gleichgewicht erreicht ist, dürften noch einige Jahrzehnte vergehen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 8. März 2017

Wido Geis Töchter arbeiten weniger im Haushalt mitArrow

Mädchen im Teenageralter verbringen heute weniger Zeit mit Hausarbeit als noch vor zehn Jahren. Lag der Anteil der 15- bis 17-Jährigen, die im Schnitt über 45 Minuten am Tag mithelfen, zu Beginn des neuen Jahrtausends bei 68,2 Prozent, so sind es heute nur noch 45,7 Prozent. Damit haben die geschlechterspezifischen Rollenunterschiede der Kinder in der Familie deutlich abgenommen. mehr

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr