Wir brauchen einen EEG-Ausstiegsplan Image
Quelle: Eyematrix – Fotolia

Die Bundesregierung will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf eine neue Basis stellen. Mit der Reform will sie die Kosten in den Griff bekommen. Mit sinkenden Stromkosten ist aber nicht zu rechnen. Schließlich werden die Ansprüche an die bestehenden Anlagen nicht angetastet. Wenn die Energiewende für ein Industrieland wie Deutschland ein Erfolg werden soll, ist mehr nötig als der Ausbau erneuerbarer Energien.

Die Stromversorgung muss auch so sicher und wirtschaftlich sein wie bisher. Effizienz und Innovationen sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Und Effizienz und Innovationen entstehen am besten unter dem Druck des Wettbewerbs. Die Energiewende wird ohne Wettbewerb nicht gelingen können.Das EEG ist mit seinen Garantiepreisen und Abnahmegarantien aber das Gegenteil von Wettbewerb. Um dies zu ändern, müssen die erneuerbaren Energien schrittweise aus der starren Förderung herauswachsen und in den wettbewerblichen Strommarkt integriert werden.

Die geplante Reform geht in die richtige Richtung. Allerdings reichen die geplanten Neuregelungen nicht aus. So soll die Förderung künftig mit einer sogenannten gleitenden Marktprämie erfolgen. Schrittweise sollen die Erzeuger ihren Strom selbst vermarkten. Doch die Prämie gleicht die Marktpreisschwankungen fast vollständig aus. Besser wäre ein Aufschlag auf den Markterfolg der erneuerbaren Energien. Damit wird Strom großzügig bezahlt, wenn er knapp und wertvoll ist. Es wird aber nicht weiter belohnt, Strom dann zu produzieren, wenn ihn keiner braucht. Je besser die erneuerbaren Energien auf die Nachfrage ausgerichtet werden können, desto höher fällt die zusätzliche Prämie aus. Die Höhe der Förderung sollte durch Versteigerungen ermittelt werden. Mit solch einem System können die erneuerbaren Energien weiter gefördert, aber schrittweise in den Wettbewerb entlassen werden.

Wir brauchen einen Ausstiegsplan aus dem EEG. Die Energiewende braucht aber nicht nur mehr Wettbewerb, sondern auch mehr Europa. Zum einen könnten durch Nutzung der besten Standorte für erneuerbare Energien in Europa die Kosten niedriger ausfallen. Zum anderen könnte durch eine bessere europäische Integration ein besserer Ausgleich zwischen den schwankenden regenerativen Energiequellen hergestellt werden. Mehr Wettbewerb, mehr Europa und ein Ausstiegsplan – drei große Aufgaben warten schon heute auf die nächste Reform des EEG.

Ansprechpartner

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 9. August 2017

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in EuropaArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr

7. August 2017

Benjamin Tischler Seltene Erden: Auf der Suche nach AlternativenArrow

Für Branchen wie die Hersteller von Windkraftanlagen sind Seltene Erden ein wichtiger Rohstoff. Weltweit größter Produzent der begehrten Metalle ist China. Als das Land 2010 Exportquoten ankündigte, schossen die Preise kurzzeitig in astronomische Höhen. Im Rückblick betrachtet war diese Preis-Rallye ein wichtiger Weckruf. mehr auf iwd.de

20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de