Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Der starke Preisrückgang der wichtigsten Metalle und Erze hat sich im August fortgesetzt. Nach zwei Monaten mit Abschlägen von jeweils rund 5 Prozent ist der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in der Berichtszeit um 4,4 Prozent gefallen. Damit gab das Barometer für Rohstoffpreise innerhalb eines Vierteljahres um rund 14 Prozent nach. Das war der höchste Dreimonatsverlust seit der Periode März bis Mai 2013. Der IMP-Index notierte zuletzt bei 284,1 Punkten; das ist ein Minus von 13,3 Zählern im Vergleich zum Juli.

Folglich setzt sich auch der mittelfristige Rückgang der Metallpreise fort: Im Februar 2011 hatte der IMP-Index sein Rekordhoch bei knapp 450 Punkten ausgebildet - inzwischen notiert das Barometer um 36,5 Prozent niedriger und bewegt sich im unteren Drittel des Abwärtskorridors der vergangenen viereinhalb Jahre.

Eisenerz 8 Prozent aufwärts

Auf den internationalen Märkten sind im August einige der wichtigsten Industriemetalle deutlich billiger geworden. Nickel und Zink haben innerhalb eines Monats auf Dollar-Basis gut 9 Prozent an Wert verloren. Die beiden Indexschwergewichte Aluminium und Kupfer haben mit 5,6 Prozent und 6 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich nachgegeben. Gegen den Trend deutlich angestiegen ist hingegen der Preis von Eisenerz, der im August rund 56 Dollar pro Tonne ("dry metric ton") betrug; das entspricht einer metrischen Tonne Erz ohne Wasseranteil mit einem Metallgehalt von 1 Prozent. Mit dem Preisanstieg um 7,7 Prozent im August konnte der erhebliche Preisverfall der vorherigen Monate jedoch bei weitem nicht kompensiert werden. Eisenerz wird immer noch um 40 Prozent unter dem Wert gehandelt, den der Grundstoff zur gleichen Zeit im Vorjahr hatte.

Euro-Erholung stützt

Für industrielle Verbraucher in Deutschland wurde der Preisrückgang auf den internationalen Metallmärkten zuletzt durch eine leichte Erholung des Euro gegenüber dem Dollar unterstützt. Ohne diesen Wechselkurseffekt wäre der Rückgang des IMP-Index mit 3,2 Prozent fast ein Drittel schwächer ausgefallen.

Trotz des anhaltenden mittelfristigen Abwärtstrends liegen die Metallpreise immer noch deutlich über den Niveaus, die bis vor zehn Jahren an den Märkten galten. So wie der China-Boom über viele Jahre erheblich zur Preisrally beitrug, so ist die Wachstumseintrübung im Reich der Mitte nun ein wesentlicher Grund für den Preiseinbruch. Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas wird auch in den nächsten Monaten prägend für die Entwicklungen auf den globalen Metallmärkten sein.

Ansprechpartner

Industriemetallpreis-Index
Gastbeitrag, 15. August 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Eisenerz und Euro prägen Anstieg der MetallpreiseArrow

Im Juli haben die Preise für die wichtigsten Importmetalle der deutschen Industrie wieder leicht zugelegt, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gesunken waren, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung. Ohne die starke Aufwertung des Euro in Relation zum Dollar wäre der Anstieg allerdings noch viel deutlicher ausgefallen. mehr

7. August 2017

Benjamin Tischler Seltene Erden: Auf der Suche nach AlternativenArrow

Für Branchen wie die Hersteller von Windkraftanlagen sind Seltene Erden ein wichtiger Rohstoff. Weltweit größter Produzent der begehrten Metalle ist China. Als das Land 2010 Exportquoten ankündigte, schossen die Preise kurzzeitig in astronomische Höhen. Im Rückblick betrachtet war diese Preis-Rallye ein wichtiger Weckruf. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 25. Juli 2017

Berthold Busch Produktions- und Lieferverflechtungen zwischen britischen Branchen, der EU und DeutschlandArrow

Geht es nach der britischen Regierung, wird das Vereinigte Königreich mit dem Austritt aus der Europäischen Union auch den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Das bedeutet, dass der Warenhandel zwischen beiden Wirtschaftsräumen künftig durch nicht-tarifäre Handelshemmnisse, im schlimmsten Fall sogar durch Zölle behindert wird. Dies hat möglicherweise nicht nur Mehrkosten für den Endverbraucher zur Folge. mehr