Fester Eisenerzpreis lässt Stahlhersteller aufhorchen Image

Nach vier Monaten, in denen der Preis für Eisenerz rückläufig war, ist die Notierung im Juli wieder deutlich gestiegen. So war eine Tonne des Grundstoffes, der als Basis zur Stahlproduktion dient und deswegen von Konzernen wie ThyssenKrupp und Salzgitter gekauft werden muss, zuletzt fast 12 Prozent teurer als im Vormonat. Im Vergleich zum Jahresbeginn ist Eisenerz aber immer noch mehr als 14 Prozent günstiger zu haben.

Im Gegensatz zu Eisenerz sind die wichtigen Industriemetalle im vergangenen Monat praktisch unverändert oder sogar günstiger gegenüber ihren Niveaus vom Juni gehandelt worden.

Im Warenkorb des Industriemetallpreis-Indexes (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hat der feste Eisenerzpreis die Rückgänge der anderen Metallkurse mehr als ausgeglichen. Unter dem Strich ist der IMP-Index um 0,7 Prozent von 331,7 auf 333,8 Punkte gestiegen. Wäre der Eisenerzpreis konstant geblieben, hätte sich der Abwärtstrend des IMP-Index also fortgesetzt. Aber auch so bleiben die Preise für Industriemetalle nur etwa auf dem Niveau von Anfang 2010.

Neben Eisenerz ist auf Euro-Basis im Juli lediglich Zink teurer geworden - aber nur um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die beiden Indexschwergewichte Aluminium und Kupfer verbilligten sich dagegen um knapp 2 Prozent; auch Blei wurde billiger. Die Preise für Nickel und Zinn gaben um fast 3 Prozent nach. Die beiden Edelmetalle Gold und Silber verloren sogar 3,5 bzw. 5,8 Prozent an Wert. Innerhalb eines Jahres hat das gelbe Metall ein Viertel seines Werts verloren, Silber sogar fast ein Drittel.

Auf Jahressicht verzeichnete nur Zinn eine moderate Preissteigerung. Für die meisten anderen Metalle ging es dagegen um einen zweistelligen Prozentwert nach unten. Etwas moderater war der Rückgang mit jeweils 7 Prozent bei Eisenerz und Zink sowie mit gerade einmal 1 Prozent bei Zinn.

Etwas Antrieb hat dem IMP-Index zuletzt der Euro-Dollar-Wechselkurs gegeben. Ohne die leichte Abwertung des Euro wäre das Barometer nur um wenige Zehntelpunkte gefallen, statt um gut zwei Punkte zu steigen. Der rückläufige Trend bei den Metallpreisen ist aber primär nicht auf den Wechselkurs zurückzuführen. Es kann derzeit von einer Entlastung rohstoffeinkaufender Unternehmen gesprochen werden.

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