Industriemetallpreis-Index

Januar 1999=100, enthält die Rohstoffe gemäß ihres Anteils an den deutschen Importen

Für metallverarbeitende Unternehmen in Deutschland ist die Abwertung des Euro in den ersten Wochen des Jahres von größerer Bedeutung gewesen als das Geschehen auf den Rohstoffmärkten. Denn während Erze und Metalle an den Weltbörsen deutlich günstiger geworden sind, sind die Kosten für Unternehmen in der Eurozone gestiegen.

Zum Jahresanfang hat der Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zum ersten Mal seit vier Monaten wieder zugelegt. Im Januar kletterte das Preisbarometer um 2,0 Prozent bzw. 6,1 Punkte auf 316,5. Der Rückgang des Vormonats wurde so vollständig kompensiert. Der Indexwert ist jetzt wieder auf dem Stand von November.

Der jüngste Anstieg ist aber kein Ergebnis der Entwicklungen auf dem Weltmarkt, sondern wurde durch den Euro-Dollar-Wechselkurs verursacht. Zwischen Dezember und Januar ist der Wert des Euro von 1,23 Dollar auf 1,16 Dollar abgesackt. Diese Abwertung macht die Importe von in Dollar gehandelten Metallen und Erzen deutlich teurer. Wäre der Kurs des Euro zuletzt konstant geblieben, wäre der IMP-Index nicht um 2 Prozent gestiegen, sondern um 4 Prozent gefallen. Damit wäre zum ersten Mal seit Ende 2009 wieder die Marke von 300 Indexpunkten unterschritten worden. Mit einem stabilen Wechselkurs im Jahr 2014 läge der IMP-Index sogar nur bei 270 Punkten und damit gut 10 Prozent unter dem tatsächlichen Niveau.

Auf den internationalen Metallmärkten haben zuletzt vor allem Kupfer (-9,5 Prozent) und Nickel (-7 Prozent) nachgegeben. Auch Aluminium und Blei wurden mit Rückgängen von jeweils 5 Prozent schwächer gehandelt. Eisenerz, das innerhalb eines Jahres fast die Hälfte seines Wertes verloren hat, blieb dagegen im Januar stabil. Nur die Edelmetalle Gold und Silber sind um 4 Prozent bzw. 5,5 Prozent teurer geworden. Auf Euro-Basis hingegen sind nur Kupfer (-4 Prozent) und Nickel (-1,5 Prozent) gesunken, alle anderen Metalle wurden um bis zu 12 Prozent teurer. Daraus folgt: Die Devisenmärkte müssen von den importierenden Unternehmen genauso intensiv beobachtet werden wie die Metallmärkte.

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